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Farbwiedergabeindex erklärt: Was ist der CRI- bzw. Ra-Wert?

Der Farbwiedergabeindex (CRI/Ra) zeigt, wie natürlich Farben unter einer Lampe wirken. Hier finden Sie die Ra-Tabelle, die Bedeutung der 3-stelligen Codes wie 827 und worauf Sie beim Kauf achten.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 25. Juli 2026 Lesezeit ca. 7 Minuten

Kurz beantwortet

Der Farbwiedergabeindex (englisch CRI = Color Rendering Index, als Kennzahl Ra) gibt an, wie natürlich und echt Farben unter einer Lichtquelle wirken. Die Skala reicht bis 100 (Tageslicht/Glühlampe = Referenz). Bei der häufigen 3-stelligen Angabe wie „827" steht die erste Ziffer für die Farbwiedergabe (8 = Ra 80–89) und die beiden letzten für die Farbtemperatur (27 = 2700 Kelvin, warmweiß). Für Wohnräume gilt Ra 80 als gut, für farbkritische Bereiche Ra 90+.

In diesem Ratgeber erklären wir, was die Farbwiedergabe ist, was der Color Rendering Index (CRI bzw. Ra) besagt und wie Sie die passende LED-Lampe finden, um eine natürlich wirkende Beleuchtung zu erreichen. Außerdem entschlüsseln wir die 3-stelligen Codes wie 827, 830, 840 oder 865, die Sie auf Leuchtstoffröhren und LED-Lampen finden.

Ra

Referenzindex

Die gebräuchliche Kennzahl der Farbwiedergabe (allgemeiner Referenzindex Ra, gemittelt über die Testfarben).

CRI

Color Rendering Index

Der englische Begriff für denselben Wert. CRI und Ra meinen im Alltag dasselbe.

Kelvin

K · Lichtfarbe

Die Farbtemperatur (warm- bis tageslichtweiß) — etwas anderes als die Farbwiedergabe.

Testfarben

R1–R14

Genormte Referenzfarben, an denen gemessen wird, wie echt eine Lampe Farben darstellt.

Was ist der Farbwiedergabeindex (CRI/Ra)?

Unter dem Begriff Farbwiedergabe versteht man das Maß, das die Qualität von künstlichem Licht gegenüber natürlichem Licht angibt. Es handelt sich dabei um eine wichtige Eigenschaft von Leuchtmitteln zum Einsatz kommt. Der Begriff Farbwiedergabeindex unterscheidet sich geringfügig davon. Er ist auch als Color Rendering Index (CRI) bekannt und gibt an, wie echt eine Lichtquelle Farben darstellt — genau die gewünschte Qualität bei der künstlichen Beleuchtung. Als Kennzahl wird der allgemeine Referenzindex Ra verwendet (Ra = „Referenzindex allgemein").

Je höher der Wert, desto natürlicher wirken Farben. Tageslicht und die klassische Glühlampe gelten als Referenz mit dem Höchstwert Ra 100. Moderne LED-Leuchtmittel erreichen üblicherweise Ra 80 bis über 90.

Was bedeutet die 3-stellige Zahl wie 827, 830 oder 840?

Auf vielen Leuchtmitteln — besonders bei Leuchtstoffröhren und passenden LED-Röhren — steht eine 3-stellige Zahl, zum Beispiel auf der „Osram L 18W/827". Diese Zahl verschlüsselt zwei Angaben auf einmal:

„827" heißt also: Farbwiedergabe Ra 80–89 und Lichtfarbe 2700 Kelvin (warmweiß). Nach demselben Schema bedeutet „840" Ra 80–89 bei 4000 K (neutralweiß) und „965" Ra 90–99 bei 6500 K (tageslichtweiß).

Leuchtmittel-Code entschlüsseln

3-stellige Zahl von der Verpackung eingeben (z. B. 827, 840, 965) — Sie sehen Farbwiedergabe und Lichtfarbe.

Gilt für die gängige Drei-Ziffern-Kennzeichnung. Manche Hersteller geben den Ra-Wert zusätzlich separat an (z. B. „Ra > 90"); im Zweifel zählt die konkrete Herstellerangabe.

Häufige Codes auf einen Blick — entschlüsselt nach dem Schema „1. Ziffer × 10 = Ra, letzte zwei × 100 = Kelvin".
Code Farbwiedergabe Farbtemperatur Lichtfarbe
827 Ra 80–89 2700 K warmweiß
830 Ra 80–89 3000 K warmweiß
840 Ra 80–89 4000 K neutralweiß
865 Ra 80–89 6500 K tageslichtweiß
927 Ra 90–99 2700 K warmweiß
940 Ra 90–99 4000 K neutralweiß
965 Ra 90–99 6500 K tageslichtweiß

Farbwiedergabe-Tabelle: Welcher Ra-Wert bei welchem Leuchtmittel?

Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Leuchtmittel nach ihrer typischen Farbwiedergabe. Sonnenlicht und Glühlampe sind die Referenz; moderne LED liegen je nach Modell zwischen Ra 80 und über 90.

Richtwerte; LED produktabhängig — maßgeblich ist das Datenblatt des jeweiligen Herstellers.
Leuchtmittel Farbwiedergabe (Ra) Eigenschaft
Sonnenlicht 100 (Referenz) natürlich, echt
Glühlampe bis 100 brillant
Halogenlampe 99–100 brillant
LED 70–98 moderne meist Ra 80–90+
Energiesparlampe 80–89 gut
Leuchtstofflampe 45–90 mäßig bis gut
Quecksilberdampflampe 40–59 befriedigend
Natriumdampflampe 18–30 gering

Farbwiedergabe ist nicht Lichtfarbe

Farbwiedergabe (Ra) und Lichtfarbe (Kelvin) werden oft verwechselt, sind aber zwei verschiedene Eigenschaften. Die Lichtfarbe beschreibt, ob das Licht warm (gelblich) oder kalt (bläulich) wirkt — die Farbwiedergabe dagegen, wie echt die Farben beleuchteter Objekte erscheinen. Eine warmweiße Lampe kann eine hohe oder niedrige Farbwiedergabe haben — beides ist unabhängig voneinander.

warmweiß · ~2700 Kneutralweiß · ~4000 Ktageslichtweiß · 5300 K+

Welche Lichtfarbe für welchen Raum passt, erklärt der Ratgeber Lichtfarben: warmweiß, neutralweiß oder tageslichtweiß.

So wird der Farbwiedergabeindex gemessen

Zur Messung beleuchtet man genormte Testfarben nacheinander mit der zu prüfenden Lichtquelle und mit einer Referenz (Tageslicht bzw. Glühlampe) und vergleicht, wie stark die Farben abweichen. Aus den Abweichungen wird der Mittelwert gebildet — das ist der Ra-Wert. Je weniger die Farben abweichen, desto höher der Wert. Den maximalen, natürlichen Wert liefern Sonnenlicht und Glühlampe (Ra 100).

Die Testfarben (R1–R14)

Gemessen wird an einem festen Satz Referenzfarben. Die folgende Übersicht ist schematisch — sie zeigt, welche Farbtöne in die Bewertung einfließen:

Altrosa
Senfgelb
Gelbgrün
Hellgrün
Türkisblau
Himmelblau
Asternviolett
Fliederviolett
Rot, gesättigt
Gelb, gesättigt
Grün, gesättigt
Blau, gesättigt
Rosa (Hautfarbe)
Blattgrün

Schematische Darstellung der Referenzfarben (R1–R14) — Farbtöne sind illustrativ, nicht colorimetrisch exakt.

Hoher vs. niedriger Ra-Wert im Vergleich

Unter einer Lampe mit hoher Farbwiedergabe leuchten Farben kräftig und echt; bei niedrigem Ra wirken dieselben Farben matt, verfälscht oder „ausgewaschen":

Schematische Demonstration (gleiche Farben, rechts per Sättigung reduziert) — zeigt den Effekt, ersetzt keine Messung.

Zwei identische Blumensträuße: links unter hoher Farbwiedergabe mit kräftigen, natürlichen Farben, rechts unter niedriger Farbwiedergabe matt und ins Gelbliche verschoben
Derselbe Strauß unter hoher (links) und niedriger (rechts) Farbwiedergabe.
Zwei identische Obstschalen: links mit echten, satten Farben (hoher Ra), rechts blass und entsättigt (niedriger Ra)
Obst wirkt bei hoher Farbwiedergabe (links) frischer als bei niedriger (rechts).
Dieselbe Tomate unter drei Lichtquellen mit unterschiedlichem Farbstich – von neutral bis ins Bläuliche verschoben
Dieselbe Tomate unter Lichtquellen mit unterschiedlicher Farbwiedergabe und Farbstich.

Warum der Farbwiedergabeindex wichtig ist

Käufer achten beim Leuchtmittel-Kauf oft zuerst auf Helligkeit (Lumen) und Lichtfarbe (Kelvin) — die Farbwiedergabe wird leicht übersehen. Dabei entscheidet sie, ob Farben echt aussehen. Das ist in vielen Berufs- und Verkaufssituationen wichtig:

  • Handel & Lebensmittel. Bäcker, Metzger und Obststände profitieren von hoher Farbwiedergabe — Waren wirken frisch und appetitlich.
  • Mode & Textil. Im Bekleidungsgeschäft sollen Kunden Farben echt erkennen; eine schlechte Farbwiedergabe verfälscht den Eindruck.
  • Medizin & Kosmetik. Wo Hauttöne korrekt beurteilt werden müssen, ist hohe Farbwiedergabe (Ra 90+) sinnvoll.
  • Zuhause. Auch in Wohn-, Bad- und Arbeitsräumen sorgt eine gute Farbwiedergabe für ein angenehmeres, natürlicheres Licht.

Die Natur des Lichts

Licht setzt sich aus vielen Spektralfarben (Wellenlängen) zusammen. Das als weiß empfundene Tageslicht ist eine Mischung praktisch aller sichtbaren Wellenlängen — ein kontinuierliches Spektrum. Genau deshalb dient Tageslicht (neben der Glühlampe) als Referenz für die Farbwiedergabe: Wo alle Wellenlängen vorhanden sind, können Objekte ihre Farben vollständig zurückwerfen und wirken echt.

Künstliche Lichtquellen bilden dieses Spektrum unterschiedlich gut nach. Glüh- und Halogenlampen erzeugen ein nahezu kontinuierliches Spektrum und erreichen daher sehr hohe Ra-Werte. LED- und Leuchtstofflampen können dagegen Lücken im Spektrum aufweisen — fehlen einzelne Wellenlängen, erscheinen die betroffenen Farben matt oder verfälscht. Hochwertige LED gleichen das aus und erreichen Ra 90 und höher.

Glühlampen spielen heute keine Rolle mehr

Die Glühlampe hatte zwar eine perfekte Farbwiedergabe, lässt sich aber kaum noch kaufen — moderne LED-Leuchtmittel sind die sparsame Alternative. Sie erreichen je nach Modell sehr gute Werte (verbreitet ist Ra 80+, für anspruchsvolle Anwendungen Ra 90+). Die EU hat klassische Glüh- und viele Halogenlampen schrittweise vom Markt genommen; für die Praxis heißt das: beim LED-Kauf den Ra-Wert mitlesen. Wie der Umstieg gelingt, zeigt der Ratgeber LED statt Glühbirne.

Fazit: Beim Kauf immer auf den Farbwiedergabeindex achten

Die Suche nach einer geeigneten Beleuchtung ist mit dem Wissen um die Farbwiedergabe einfacher. Achten Sie auf die Angabe von Ra bzw. CRI — oder lesen Sie sie aus dem 3-stelligen Code (erste Ziffer). Für Wohnräume genügt meist Ra 80; wo Farben besonders echt wirken sollen, lohnt Ra 90 oder höher. Passende LED-Lampen mit hoher Farbwiedergabe finden Sie in unserem Shop.

Häufige Fragen zur Farbwiedergabe

Was bedeutet 827 (z. B. bei einer Osram-Leuchtstoffröhre)?

827 bedeutet Farbwiedergabe Ra 80–89 (erste Ziffer 8 × 10) und 2700 Kelvin (die letzten beiden Ziffern × 100), also warmweißes Licht. Eine „Osram L 18W/827" ist demnach eine 18-Watt-Röhre mit guter Farbwiedergabe und warmweißer Lichtfarbe.

Was bedeuten 830, 840 und 865?

Alle drei haben Farbwiedergabe Ra 80–89; sie unterscheiden sich in der Lichtfarbe: 830 = 3000 K (warmweiß), 840 = 4000 K (neutralweiß), 865 = 6500 K (tageslichtweiß). Beginnt der Code mit 9 (z. B. 927, 940), liegt die Farbwiedergabe sogar bei Ra 90–99.

Was ist ein guter Farbwiedergabe- bzw. Ra-Wert?

Für Wohnräume gilt Ra 80 als gut und ist bei LED Standard. Wo Farben besonders echt wirken müssen — etwa bei Lebensmitteln, Mode, Kosmetik oder im Bad am Spiegel — sind Ra 90 oder höher empfehlenswert. Der Höchstwert ist Ra 100 (Tageslicht/Glühlampe).

Wofür steht die Abkürzung Ra bzw. CRI?

CRI steht für „Color Rendering Index" (englisch für Farbwiedergabeindex). Ra ist die im deutschsprachigen Raum übliche Kennzahl dafür — der „allgemeine Referenzindex", gemittelt über die genormten Testfarben. Im Alltag meinen CRI und Ra dasselbe.

Was ist der Unterschied zwischen Farbwiedergabe und Lichtfarbe?

Die Lichtfarbe (in Kelvin) beschreibt, ob Licht warm oder kalt wirkt. Die Farbwiedergabe (Ra/CRI) beschreibt, wie echt beleuchtete Farben erscheinen. Beides ist unabhängig: Eine warmweiße Lampe (z. B. 2700 K) kann eine hohe oder eine niedrige Farbwiedergabe haben.