LichttherapieSpeziallampenThema: UV und Spezial

UV-B-Lampen und Lichttherapie

UV-B (280–315 nm) wird in der medizinischen Lichttherapie und für die körpereigene Vitamin-D-Bildung genutzt. Was die Lampen können, was Schmalband-UV-B (311 nm) bedeutet — und warum die Anwendung in ärztliche Hände gehört.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 25. Juli 2026 Lesezeit ca. 9 Minuten

Kurz beantwortet

UV-B-Lampen erzeugen mittelwelliges ultraviolettes Licht (280–315 nm). Dieser Bereich regt in der Haut die körpereigene Vitamin-D-Bildung an und wird in der medizinischen Lichttherapie bei bestimmten Hauterkrankungen eingesetzt — meist als Schmalband-UV-B (311 nm). Weil UV-B haut- und augenschädlich ist und Überdosierung das Hautkrebsrisiko erhöht, gehört die therapeutische Anwendung in ärztliche Begleitung; Dosis und Dauer legt die behandelnde Praxis fest. Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen und hilft bei der Auswahl der richtigen Ersatzlampe — er ersetzt keine ärztliche Beratung.

Gesundheitshinweis

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist kein Ersatz für ärztlichen Rat. Eine UV-B-Lichttherapie sollte nur nach ärztlicher Abklärung, mit einem dafür zugelassenen Gerät und nach individuell festgelegter Dosis erfolgen. Bei Hauterkrankungen oder Vitamin-D-Mangel wenden Sie sich an Ärztin oder Arzt.

Anders als UV-A (Insektenfallen, Schwarzlicht) und UV-C (Entkeimung) hat UV-B eine besondere Bedeutung für den Menschen: Es ist der Anteil des Sonnenlichts, der in der Haut die Vitamin-D-Bildung anstößt — und der in der Dermatologie gezielt zur Behandlung bestimmter Hauterkrankungen genutzt wird. Genau deshalb ist UV-B aber auch heikel: Dieselbe Strahlung verursacht Sonnenbrand und erhöht bei Überdosierung das Hautkrebsrisiko. Dieser Ratgeber ordnet die Grundlagen ein und hilft Ihnen, die passende Ersatzlampe für ein vorhandenes Gerät zu finden.

UV-B-Licht

280–315 nm

Mittelwelliger UV-Bereich. Verursacht Sonnenbrand, regt aber auch die Vitamin-D-Bildung an.

Schmalband 311 nm

TL01 / „/01"

Auf 311 nm konzentriertes UV-B — der Standard der dermatologischen Lichttherapie.

Vitamin D

körpereigene Bildung

UV-B regt in der Haut die Bildung von Vitamin D an — Grundlage vieler Anwendungen.

Lichttherapie

Teil-/Ganzkörper

Ärztlich begleitete Bestrahlung bei bestimmten Hauterkrankungen.

Was ist eine UV-B-Lampe?

Ultraviolettes Licht teilt sich nach Wellenlänge in drei Bereiche: UV-A (315–400 nm), UV-B (280–315 nm) und UV-C (100–280 nm). UV-B liegt damit in der Mitte — kurzwelliger und energiereicher als UV-A, aber langwelliger als das stark keimtötende UV-C. In der Natur ist UV-B der Anteil des Sonnenlichts, der für den Sonnenbrand verantwortlich ist, zugleich aber die Vitamin-D-Synthese in der Haut auslöst.

UV-B-Lampen sind technisch Niederdruck-Entladungslampen, die gezielt in diesem Bereich strahlen. In der Lichttherapie hat sich das Schmalband-UV-B durchgesetzt: Lampen, deren Strahlung eng um 311 nm konzentriert ist (bei Philips an der Kennzeichnung „/01" erkennbar, Technologie TL01). Dieser schmale Bereich gilt als besonders wirksam und im Verhältnis verträglicher als breitbandiges UV-B, weil er die für die Behandlung relevante Wellenlänge liefert und einen Teil der unnötig belastenden Anteile auslässt.

UV-Spektrum-Explorer: UV-A, UV-B oder UV-C?

Wellenlänge schieben — Bereich, Anwendung und Sicherheitshinweis ändern sich live.

UV-B · 311 nm
Bereich280–315 nm
Typische AnwendungMedizinische Lichttherapie und Vitamin-D-Bildung (z. B. Schmalband 311 nm)
SicherheitNur unter ärztlicher bzw. fachlicher Aufsicht; Haut- und Augenschutz beachten.

Einteilung nach üblicher UV-Norm (CIE): UV-A 315–400 nm, UV-B 280–315 nm, UV-C 100–280 nm. Reale Lampen strahlen um die genannten Linien (z. B. 254 nm, 311 nm, 365 nm).

UV-B und Vitamin D

Vitamin D nimmt der Körper nur zu einem kleinen Teil über die Nahrung auf — den größeren Teil bildet er selbst in der Haut, angestoßen durch UV-B-Strahlung. Im Winter und bei wenig Aufenthalt im Freien kann die natürliche UV-B-Dosis gering ausfallen. UV-B-Lampen werden deshalb auch im Zusammenhang mit der Vitamin-D-Bildung nachgefragt.

Nicht verwechseln: Eine UV-B-Lampe ist etwas anderes als eine Tageslicht- oder „Lichtdusche"-Lampe gegen Winterdepression. Tageslichtlampen erzeugen sehr helles, sichtbares Licht (gemessen in Lux), filtern UV aber bewusst heraus — sie bilden also kein Vitamin D. Der Begriff „Vitamin-D-Lampe" wird leider für beides benutzt: Wer Vitamin D über die Haut bilden will, braucht UV-B; wer gegen das Stimmungstief im Winter angeht, braucht eine Tageslichtlampe ohne UV. Vor dem Kauf also klären, welches Gerät gemeint ist.

Auch beim Stichwort Tests lohnt der genaue Blick: Bekannte Verbrauchertests (etwa von Stiftung Warentest) prüfen in der Regel Tageslichtlampen, nicht medizinische UV-B-Lampen. Einen breit angelegten „Testsieger" für UV-B-Lichttherapielampen gibt es uns nicht bekannt — entsprechende Treffer beziehen sich meist auf Tageslichtgeräte.

Wichtig zu Vitamin D

Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt und wie er behandelt wird, sollte ärztlich abgeklärt werden — oft ist die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten der einfachere und sicherere Weg. Eine UV-B-Bestrahlung zur Vitamin-D-Bildung ersetzt diese Abklärung nicht und birgt dieselben UV-Risiken wie Sonnenlicht.

Lichttherapie mit UV-B

In der Dermatologie wird UV-B-Licht zur Lichttherapie (Phototherapie) eingesetzt — als Teilkörper- oder Ganzkörperbestrahlung. Bewährt hat sich vor allem das Schmalband-UV-B (311 nm). Es kommt unter ärztlicher Begleitung bei verschiedenen Hauterkrankungen zum Einsatz, darunter:

  • Schuppenflechte (Psoriasis): eine der häufigsten Indikationen der UV-B-Lichttherapie.
  • Neurodermitis (atopisches Ekzem): in bestimmten Fällen begleitend zur übrigen Behandlung.
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit): zur Anregung der Repigmentierung.

Wichtig: UV-B-Lichttherapie lindert Symptome, ist aber keine pauschale „Heilung" und nicht für jeden geeignet. Ob, wie oft und wie lange bestrahlt wird, hängt von Diagnose, Hauttyp und Verträglichkeit ab und wird ärztlich festgelegt und überwacht. Geräte für die Heimtherapie sollten dafür zugelassene Medizinprodukte sein und nach ärztlicher Verordnung genutzt werden.

Ist UV-B gefährlich? Sicherheit & Risiken

UV-B ist haut- und augenschädlich.

UV-B verursacht Sonnenbrand, und wiederholte oder überdosierte Bestrahlung erhöht das Hautkrebsrisiko. Augen immer mit geeigneter UV-Schutzbrille schützen, nie ungeschützt in die Lampe blicken und die ärztlich vorgegebene Dosis nicht überschreiten.

Der Nutzen der UV-B-Lichttherapie ist eng an die richtige Dosierung geknüpft — zu wenig wirkt nicht, zu viel schadet. Die nötige Dosis hängt von Hauttyp, Erkrankung, Gerät und Abstand ab und lässt sich nicht pauschal angeben; sie wird in der Behandlung individuell bestimmt und gesteigert. Ein verbreitetes Missverständnis: Lux ist ein Maß für sichtbare Helligkeit (relevant bei Tageslichtlampen) und keine Kenngröße für UV-B — die UV-Dosis wird ärztlich festgelegt, nicht in Lux. Aus demselben Grund ist von unkontrollierter UV-B-Anwendung — etwa zur Bräunung im Solarium als vermeintliche „Vitamin-D-Quelle" — abzuraten: Der gesundheitliche Schaden überwiegt.

UV-B im Terrarium Reptilien

Auch in der Terraristik spielt UV-B eine wichtige Rolle: Viele Reptilien — etwa Bartagamen und Schildkröten — brauchen UV-B, um selbst Vitamin D3 zu bilden und Kalzium richtig zu verwerten. Ohne ausreichende UV-B-Versorgung drohen Mangelerscheinungen. Für das Terrarium gibt es spezielle UV-B-Lampen mit auf die jeweilige Tierart abgestimmtem UV-Anteil; reines UV-A oder normales Licht reicht hier nicht. Richten Sie sich nach den Anforderungen der gehaltenen Art und nach den Herstellerangaben zur Lampe.

Welche UV-B-Lampe brauche ich? Typen & Sockel

Für die meisten geht es um die passende Ersatzlampe für ein vorhandenes Lichttherapie- oder Terrarien-Gerät. Im Sortiment finden sich UV-B-Lampen von Philips in verschiedenen Bauformen und Sockeln; die Leistung reicht von etwa 9 bis 120 W, die Lebensdauer liegt je nach Typ bei rund 1.000 bis 9.000 Stunden.

Gängige Sockel bei UV-B-Lampen (Lichttherapie). Beim Ersatz Typ, Wattzahl und Sockel der Originallampe übernehmen.
Sockel Bauform Hinweis
G13 Röhre (T8) Anschluss klassischer Leuchtstoffröhren
2G11 Kompakt (PL-L) vierstiftig, längere Kompaktlampe
G23 Kompakt (PL-S) zweistiftig, kurze Kompaktlampe
R17d Röhre (Stab) spezieller Anschluss, u. a. bei Bestrahlungsgeräten

Bei Philips erkennen Sie die Schmalband-Variante (311 nm) an der Kennung „/01" in der Typbezeichnung. Welche Sockelbauform Sie vor sich haben, zeigt die Lampensockel-Übersicht; UV-B-Lampen finden Sie in der Kategorie UV-B-Lampen (Lichttherapie). Maßgeblich ist immer die Vorgabe Ihres Geräteherstellers.

UV-A, UV-B oder UV-C — was ist der Unterschied?

Die drei UV-Bereiche unterscheiden sich in Wellenlänge und Anwendung deutlich:

Fazit

UV-B-Lampen sind mehr als ein Nischenprodukt: Sie sind das Werkzeug der dermatologischen Lichttherapie und spielen bei der Vitamin-D-Bildung eine Rolle. Ihr Nutzen steht und fällt mit der richtigen, ärztlich begleiteten Dosierung — denn dieselbe Strahlung, die Hauterkrankungen lindern kann, schädigt bei Überdosis Haut und Augen. Wer eine Ersatzlampe für ein vorhandenes Gerät sucht, achtet auf Schmalband-UV-B (311 nm bzw. „/01"), Wattzahl und Sockel und hält sich an die Vorgaben des Geräteherstellers.

Häufige Fragen zu UV-B-Lampen

Wofür braucht man eine UV-B-Lampe?

UV-B-Lampen werden vor allem in der medizinischen Lichttherapie bei bestimmten Hauterkrankungen eingesetzt und im Zusammenhang mit der körpereigenen Vitamin-D-Bildung nachgefragt. Auch in der Terraristik sind sie wichtig, weil viele Reptilien UV-B zur Vitamin-D3-Bildung brauchen. UV-B (280–315 nm) ist der Anteil des Sonnenlichts, der diese Wirkungen auslöst.

Sind UV-B-Lampen gefährlich?

Ja, bei unsachgemäßer Anwendung. UV-B verursacht Sonnenbrand, und wiederholte oder überdosierte Bestrahlung erhöht das Hautkrebsrisiko; die Augen können ohne Schutz geschädigt werden. Deshalb gehört die therapeutische Anwendung in ärztliche Begleitung, die Dosis darf nicht überschritten werden und eine geeignete UV-Schutzbrille ist Pflicht.

Hilft eine UV-B-Lampe bei Schuppenflechte oder Neurodermitis?

UV-B, insbesondere Schmalband-UV-B (311 nm), wird in der dermatologischen Lichttherapie bei Schuppenflechte, Neurodermitis und Vitiligo eingesetzt und kann die Symptome lindern. Es ist aber keine pauschale Heilung und nicht für jeden geeignet. Ob eine Lichttherapie sinnvoll ist und wie sie dosiert wird, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt.

Was bedeutet Schmalband-UV-B oder 311 nm?

Schmalband-UV-B sind Lampen, deren Strahlung eng um 311 nm konzentriert ist (bei Philips an der Kennung „/01" erkennbar, Technologie TL01). Diese Wellenlänge gilt als besonders wirksam in der Lichttherapie und ist im Verhältnis verträglicher als breitbandiges UV-B, weil belastende Anteile außerhalb des therapeutischen Bereichs weitgehend wegfallen.

Kann ich Vitamin D mit einer UV-B-Lampe bilden?

UV-B regt in der Haut grundsätzlich die Vitamin-D-Bildung an. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, sollte aber ärztlich abgeklärt werden — bei nachgewiesenem Mangel ist die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten oft der einfachere und sicherere Weg. Eine UV-B-Bestrahlung birgt dieselben Risiken wie Sonnenlicht und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

Ist eine UV-B-Lampe dasselbe wie eine Tageslicht- oder Vitamin-D-Lampe?

Nein. Tageslicht- oder „Lichtdusche"-Lampen gegen Winterdepression erzeugen sehr helles, sichtbares Licht (in Lux gemessen), filtern UV aber heraus und bilden kein Vitamin D. Vitamin D entsteht nur über UV-B. Der Begriff „Vitamin-D-Lampe" wird für beides verwendet — prüfen Sie vor dem Kauf, ob ein UV-B-Gerät oder eine Tageslichtlampe ohne UV gemeint ist. Verbrauchertests wie von Stiftung Warentest betreffen meist Tageslichtlampen, nicht medizinische UV-B-Lampen.

Wie lange muss man mit einer UV-B-Lampe bestrahlen?

Eine pauschale Zeit gibt es nicht. Die richtige Dosis hängt von Hauttyp, Erkrankung, Lampe und Abstand ab und wird in der Lichttherapie individuell festgelegt und langsam gesteigert. Maßgeblich sind die ärztliche Anweisung und die Vorgaben des Geräteherstellers — eine eigenmächtige Erhöhung der Dosis ist gefährlich.

Welche UV-B-Lampe brauche ich als Ersatz?

Übernehmen Sie Typ, Wattzahl und Sockel der vorhandenen Lampe. UV-B-Lampen gibt es u. a. mit den Sockeln G13, 2G11, G23 und R17d, in Leistungen von etwa 9 bis 120 W. Für die Lichttherapie ist meist die Schmalband-Variante (311 nm bzw. „/01") gefragt. Im Zweifel richten Sie sich nach der Vorgabe des Geräteherstellers.

Braucht mein Reptil eine UV-B-Lampe?

Viele Reptilien wie Bartagamen oder Schildkröten brauchen UV-B, um Vitamin D3 zu bilden und Kalzium zu verwerten; ohne ausreichende Versorgung drohen Mangelerscheinungen. Es gibt spezielle Terrarien-UV-B-Lampen mit auf die Tierart abgestimmtem UV-Anteil. Richten Sie sich nach den Anforderungen der gehaltenen Art und den Herstellerangaben.