BetriebsgeräteLeuchtstoff & LED-RöhrenThema: Röhren und Betriebsgeräte

Vorschaltgerät: EVG, KVG, VVG & Starter

Was ein Vorschaltgerät bei Leuchtstofflampen tut, worin sich KVG, VVG und EVG unterscheiden, welcher Starter passt — und was das für die Umrüstung auf LED-Röhren bedeutet.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 25. Juli 2026 Lesezeit ca. 7 Minuten

Kurz beantwortet

Leuchtstofflampen leuchten nicht direkt an 230 V — sie brauchen ein Vorschaltgerät, das den Strom begrenzt und die Lampe zündet. Es gibt drei Bauarten: das KVG (konventionell, eine Drossel mit externem Starter), das VVG (verlustarmes KVG) und das EVG (elektronisch, hochfrequent, ohne klassischen Starter). Beim Umstieg auf LED-Röhren entscheidet der Gerätetyp über den Weg — und ob die jeweilige Röhre dafür ausgewiesen ist, steht immer im Datenblatt bzw. der Kompatibilitätsliste des Herstellers.

Dieser Ratgeber ist die Geräte- und Starter-Seite: Hier geht es um das Vorschaltgerät selbst und um den Starter. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Umrüstung der Röhre, den Bauform- und Längenvergleich von T8/T5 sowie die ganz anderen Betriebsgeräte für LED-Lampen — LED-Treiber, Niedervolt-Trafo und Netzteil — behandeln eigene Artikel. Wichtig vorab: Treiber, Trafo und Vorschaltgerät werden oft durcheinandergeworfen, sind aber verschiedene Geräteklassen.

Was ist ein Vorschaltgerät — und warum Leuchtstofflampen eins brauchen

Eine Leuchtstofflampe ist eine Gasentladungslampe. Ohne Strombegrenzung würde der Strom durch die gezündete Lampe immer weiter ansteigen, bis sie zerstört wäre. Genau das verhindert das Vorschaltgerät: Es begrenzt den Lampenstrom und sorgt — je nach Bauart zusammen mit einem Starter oder selbst — für die Zündung. Ohne dieses Betriebsgerät funktioniert eine klassische Leuchtstofflampe nicht.

Davon klar zu trennen sind die Betriebsgeräte der LED-Welt: Ein LED-Treiber oder ein Niedervolt-Trafo versorgt LED-Module bzw. Niedervolt-Leuchtmittel — das ist eine andere Aufgabe als die Strombegrenzung an einer Leuchtstofflampe. Worum es bei diesen Geräten geht, lesen Sie im Ratgeber LED-Treiber, Trafo und Netzteil.

KVG, VVG und EVG im Vergleich

Die drei Abkürzungen stehen für die drei Bauarten des Vorschaltgeräts. Der Unterschied bestimmt, ob ein Starter im Spiel ist und wie sich die Lampe verhält.

KVG, VVG und EVG — die wichtigsten Unterschiede. Konkrete Verlustleistungswerte sind produktabhängig; verbindlich ist das Datenblatt.
Merkmal KVG VVG EVG
Bauart konventionell (Drossel) verlustarmes KVG (Drossel) elektronisch (hochfrequent)
Starter externer Starter nötig externer Starter nötig kein klassischer Starter
Verhalten kann sichtbar zünden/blinken wie KVG, geringere Verluste sofortiger Start, oft flackerärmer
Verlustleistung höher (produktabhängig) geringer als KVG (laut Datenblatt) geräteabhängig (laut Datenblatt)

Kurz: KVG und VVG sind beide Drossel-Vorschaltgeräte mit externem Starter — das VVG ist die verlustärmere Variante. Das EVG arbeitet elektronisch mit hoher Frequenz, kommt ohne klassischen Starter aus und läuft in der Regel flackerärmer. Wenn das Flimmern selbst Ihr Thema ist, hilft der Ratgeber Warum flackert LED? weiter.

Der Starter: Funktion und welcher passt

Der Starter sitzt bei KVG- und VVG-Schaltungen als kleines, meist rundes Bauteil neben der Lampe. Er liefert beim Einschalten den Zündimpuls und schaltet sich danach ab — daher das typische Blinken mancher alter Leuchten beim Start. Bei EVG-Schaltungen gibt es ihn nicht.

Welcher Starter passt, hängt von der Schaltung und vom Leistungsbereich der Lampe ab. Grob unterscheidet man:

  • Einzelschaltung — eine Lampe an einem Vorschaltgerät. Hier kommen Starter des Typs S10 bzw. herstellerseitig ST 111 zum Einsatz.
  • Reihen-/Tandemschaltung — zwei Lampen in Reihe an einem Vorschaltgerät. Dafür sind Starter des Typs S2 bzw. ST 151 vorgesehen.

Welcher Starter konkret für Ihre Röhre passt, richtet sich nach Schaltungsart und Leistungsbereich — beides nennt das Datenblatt von Lampe und Starter. Konkrete Watt-Grenzen führen wir hier bewusst nicht auf, weil sie je nach Produkt abweichen; den verbindlichen Bereich finden Sie auf der Verpackung oder im Herstellerdatenblatt.

Achten Sie auf Schaltungsart (Einzel- oder Reihenschaltung) und den auf dem Starter angegebenen Leistungsbereich. Ein für Reihenschaltung gedachter Starter passt nicht ohne Weiteres in eine Einzelschaltung — und umgekehrt.

Dummy-Starter und LED-Starter: was sie wirklich tun

Hier liegt ein häufiges Missverständnis. Ein klassischer Starter ist eine Zündhilfe. Ein Dummy-Starter (oft auch LED-Starter genannt) ist dagegen das Gegenteil: Er zündet nicht, sondern überbrückt die Starterfassung dauerhaft — er schließt den Stromkreis fest, statt einen Zündimpuls zu geben.

Genau das braucht eine passende LED-Röhre, wenn sie an einer vorhandenen KVG-/VVG-Schaltung betrieben werden soll: Der alte Zünd-Starter wird gegen den mitgelieferten LED-/Dummy-Starter getauscht, damit die LED-Röhre sauber arbeitet. Ob Ihre Röhre diesen Weg unterstützt und welcher Dummy-Starter dafür vorgesehen ist, gehört zum Lieferumfang bzw. Datenblatt der LED-Röhre — er ist kein beliebiges Universalteil.

Erkennen, was Sie haben — und was die LED-Röhre braucht

Eine einfache erste Einordnung: Ist ein Starter verbaut, handelt es sich um eine KVG- oder VVG-Schaltung. Fehlt der Starter, ist meist ein EVG im Spiel. Das ist die Faustregel — den verbindlichen Hinweis liefern das Typenschild der Leuchte und das Datenblatt.

Wählen Sie Ihren Fall, um die allgemeine LED-Röhren-Umrüstlogik zu sehen. Das ersetzt keine Montageanleitung — die Schritt-für-Schritt-Umrüstung steht im eigenen Ratgeber.

Umrüst-Entscheidungshilfe: Welcher Weg zur LED-Röhre?

Vorhandenen Gerätetyp wählen — die allgemeine Umrüstlogik erscheint darunter.

KVG mit Starter

Ein konventionelles Vorschaltgerät (Drossel) arbeitet mit einem externen Starter. Viele LED-Röhren sind für genau diesen Betrieb ausgelegt: Der vorhandene Starter wird gegen den mitgelieferten LED-/Dummy-Starter getauscht, oft ohne Umverdrahtung. Ob das für Ihre Röhre gilt und ob sie einseitig oder zweiseitig eingespeist wird, steht im Datenblatt bzw. der Kompatibilitätsliste des Herstellers — das entscheidet, nicht die Bauform allein. Schritt-für-Schritt-Umrüstung →

Allgemeine Orientierung, kein Montageplan. Maßgeblich sind Hersteller-Kompatibilitätsliste und Datenblatt der jeweiligen LED-Röhre.

Braucht eine LED-Röhre Starter oder Vorschaltgerät? Die drei Produktvarianten

Eine pauschale Antwort gibt es nicht — es kommt auf das konkrete LED-Röhren-Produkt an. In der Praxis sind drei Varianten verbreitet:

  • Betrieb am KVG/VVG mit LED-/Dummy-Starter: Die Röhre läuft am vorhandenen Drossel-Vorschaltgerät weiter; der Zünd-Starter wird gegen den mitgelieferten LED-/Dummy-Starter getauscht — oft ohne Umverdrahtung.
  • Ausgewiesene EVG-Kompatibilität: Die Röhre ist laut Hersteller für den Betrieb an bestimmten elektronischen Vorschaltgeräten freigegeben. Welche EVG-Typen das sind, steht in der Kompatibilitätsliste — ohne diese Freigabe ist der EVG-Betrieb nicht gesichert.
  • Direkter 230-V-Netzbetrieb: Die Röhre arbeitet ohne Vorschaltgerät direkt am Netz; dafür müssen Vorschaltgerät und Starter in der Leuchte überbrückt werden — ein Umbau (siehe nächster Abschnitt).

Ob eine bestimmte Röhre einen Starter braucht, ein Vorschaltgerät voraussetzt oder direkt ans Netz geht, entscheidet also das Produkt — nachzulesen in dessen Datenblatt. Eine „immer kompatibel“-Aussage wäre irreführend.

Einseitige vs. zweiseitige Einspeisung und Sicherheit

LED-Röhren werden je nach Bauart einseitig (Strom über nur eine Endkappe) oder zweiseitig (über beide Endkappen) eingespeist. Welche Variante gilt, ist produktabhängig und steht im Datenblatt — eine generelle Verdrahtungsregel gibt es nicht. Eine Verwechslung kann die Röhre beschädigen oder zur Gefahr werden.

Sicherheitshinweis: Sobald an der 230-V-Verdrahtung der Leuchte gearbeitet wird — etwa beim Überbrücken von Vorschaltgerät und Starter für den Direktbetrieb oder beim Festlegen der ein- oder zweiseitigen Einspeisung — gehört das in die Hand einer Elektrofachkraft. Bauen Sie nicht selbst an 230 V um.

EVG dimmbar und DALI — kurz eingeordnet

Elektronische Vorschaltgeräte gibt es auch in dimmbarer Ausführung. Gesteuert werden sie je nach Gerät über Schnittstellen wie DALI, 1–10 V oder Touch-Dimmen. Wichtig ist: Dimmbarkeit ist eine Eigenschaft des konkreten Geräts — ein Standard-EVG lässt sich nicht nachträglich „dimmbar machen“, und welche Steuerung unterstützt wird, steht im Datenblatt. Schaltpläne und Installation gehören wiederum zur Elektrofachkraft.

Häufige Fragen zu Vorschaltgerät und Starter

Was ist ein EVG-Vorschaltgerät?

EVG steht für elektronisches Vorschaltgerät. Es betreibt die Leuchtstofflampe hochfrequent, begrenzt den Strom elektronisch und kommt ohne klassischen Starter aus. Im Vergleich zum konventionellen KVG startet ein EVG sofort und arbeitet meist flackerärmer.

Braucht eine LED-Röhre einen Starter?

Das hängt vom Produkt ab. Soll die LED-Röhre an einer vorhandenen KVG- oder VVG-Schaltung laufen, wird in der Regel der alte Starter gegen einen mitgelieferten LED-/Dummy-Starter getauscht. Für den EVG-Betrieb oder den direkten 230-V-Netzbetrieb gilt das nicht. Maßgeblich ist das Datenblatt der jeweiligen Röhre.

Braucht eine LED-Röhre ein Vorschaltgerät?

Nicht zwingend. Manche LED-Röhren nutzen das vorhandene KVG/VVG weiter (mit Dummy-Starter), andere sind für bestimmte EVG laut Hersteller-Kompatibilitätsliste freigegeben, wieder andere laufen nach Umbau direkt an 230 V ohne Vorschaltgerät. Welche Variante für Ihre Röhre gilt, steht im Datenblatt.

Was ist ein Dummy-Starter?

Ein Dummy-Starter überbrückt die Starterfassung dauerhaft, statt einen Zündimpuls zu geben. Er zündet also nicht, sondern schließt den Stromkreis fest. Beim Umstieg auf eine passende LED-Röhre am KVG/VVG ersetzt dieser mitgelieferte Dummy-Starter den alten Zünd-Starter.

Welcher Starter für welche Leuchtstoffröhre?

Das richtet sich nach Schaltungsart und Leistungsbereich. Für die Einzelschaltung sind Starter vom Typ S10 bzw. ST 111 vorgesehen, für die Reihen-/Tandemschaltung Typ S2 bzw. ST 151. Den verbindlichen Leistungsbereich nennen Verpackung und Datenblatt von Lampe und Starter.

Was ist ein LED-Starter?

LED-Starter ist eine gängige Bezeichnung für den Dummy-Starter, der einer LED-Röhre für den Betrieb am KVG/VVG beiliegt. Er ersetzt den klassischen Zünd-Starter und überbrückt dessen Fassung. Welcher LED-Starter passt, gibt der Hersteller der LED-Röhre vor.

Wie funktioniert ein Starter in der Leuchtstoffröhre?

Beim Einschalten liefert der Starter zusammen mit der Drossel des Vorschaltgeräts den Zündimpuls, der die Gasentladung in der Lampe in Gang setzt. Sobald die Lampe brennt, schaltet sich der Starter ab. Das kurze Blinken mancher alter Leuchten beim Start kommt von diesem Zündvorgang.