Kurz beantwortet
Ja, eine PL-S beziehungsweise Dulux S mit G23-Sockel lässt sich auf LED umstellen — wie weit das geht, hängt aber vom Vorschaltgerät in der Leuchte ab. Erstens der Sockel: Die LED braucht denselben G23-Sockel mit zwei Pins; das ist nicht die 4-Pin-PL-L (2G11). Zweitens der Weg: Es gibt G23-LEDs, die laut Hersteller am vorhandenen konventionellen Vorschaltgerät (KVG/VVG) laufen — dann ist es ein einfacher Tausch. Alternativ wird das Vorschaltgerät überbrückt, sodass die Lampe an 230 Volt läuft; das ist ein Eingriff für die Elektrofachkraft. Drittens die Eignung: Ob eine LED für Ihren Vorschaltgerät-Typ freigegeben ist, steht im Datenblatt — pauschal passt eine G23-LED nicht überall.
Die PL-S (so heißt sie bei Philips) beziehungsweise Dulux S (bei Osram) ist eine kurze Kompaktleuchtstofflampe — eine kompakt gefaltete Leuchtstoffröhre mit einem Stecksockel statt eines Schraubgewindes. Sie steckt in kleinen Wandleuchten, Spiegel- und Badleuchten, Downlights und Notleuchten. Wer sie auf LED umstellen will, stößt schnell auf Halbwissen aus Foren. Dieser Ratgeber sortiert es: was der G23-Sockel ist, warum die Lampe nur zwei Pins hat — und welcher Umrüst-Weg zu welchem Vorschaltgerät passt. Mit belegten Angaben, wo es welche gibt, und einem ehrlichen Verweis aufs Datenblatt, wo die Eignung vom Einzelfall abhängt. Eine Sache vorweg, weil sie oft durcheinandergeht: Die PL-S hat zwei Pins (G23). Sie ist nicht zu verwechseln mit der längeren PL-L / Dulux L, die vier Pins (2G11) hat — dazu unten mehr.
Der G23-Sockel: zwei Pins, 23 Millimeter
G23 ist ein Stecksockel mit zwei Pins. Der Abstand zwischen den beiden Pins beträgt 23 Millimeter — das ist nach der Norm IEC 60061-1 festgelegt und steckt im Namen. Dieselbe Bauform tragen die Handelsbezeichnungen PL-S (Philips), Dulux S (Osram) und ein paar weitere Markennamen anderer Hersteller. Für den Wechsel heißt das zunächst nur: Die LED muss exakt denselben G23-Sockel haben wie Ihre alte Lampe.
Wichtig zur Abgrenzung: G23 ist nicht 2G11. Die PL-L beziehungsweise Dulux L ist länger und hat einen 4-Pin-Sockel (2G11) — eine andere Bauform, die nicht in eine G23-Fassung passt und umgekehrt. Wenn Sie unsicher sind, hilft ein Blick auf die alte Lampe: zwei Pins und „G23“ auf dem Sockel bedeuten PL-S/Dulux S. Die Maße und das Aussehen der gängigen Sockel stellt die Lampensockel-Übersicht nebeneinander. Welcher Sockel zur längeren 4-Pin-Variante gehört, behandelt der eigene Ratgeber zur PL-L / Dulux L (2G11).
G23
2 Pins · 23 mmStecksockel der PL-S / Dulux S. Zwei Pins, 23 mm Abstand. Starter integriert.
2G11
4 PinsSockel der längeren PL-L / Dulux L. Vier Pins, kein integrierter Starter.
KVG / VVG
konventionellKonventionelles bzw. verlustarmes Vorschaltgerät. Bei PL-S der typische Fall.
EVG
elektronischElektronisches Vorschaltgerät. LED-Betrieb daran nur mit Herstellerfreigabe.
Der integrierte Starter: warum die PL-S nur zwei Pins hat
Der entscheidende Unterschied zwischen einer 2-Pin- und einer 4-Pin-Kompaktleuchtstofflampe steckt im Starter. Bei der PL-S (G23) ist der Starter im Sockelfuß integriert — in dem kleinen Kunststoffblock zwischen den beiden Pins. Er gehört zur Lampe und wird beim Lampentausch automatisch mit ersetzt. Genau deshalb kommt die PL-S mit nur zwei Pins aus.
Bei der 4-Pin-PL-L (2G11) ist das anders: Dort sitzt der Starter nicht in der Lampe, sondern in der Leuchte beziehungsweise im Vorschaltgerät — die zwei zusätzlichen Pins führen die entsprechenden Kontakte. Für den LED-Wechsel hat der integrierte Starter der PL-S eine praktische Folge: Anders als bei einer T8-Leuchtstoffröhre brauchen Sie hier keinen Dummy-Starter. Der alte Starter verschwindet mit der alten Lampe; ein separater Überbrückungs-Starter wie bei der Röhre entfällt. Wie das bei Röhren mit separatem Starter läuft, beschreibt der Ratgeber Leuchtstoffröhren durch LED ersetzen.
Das Vorschaltgerät: hier entscheidet sich der Weg
Eine G23-Lampe läuft nicht direkt am Stromnetz, sondern über ein Vorschaltgerät in der Leuchte. Bei der PL-S ist das typischerweise ein konventionelles Vorschaltgerät (KVG), seltener ein verlustarmes (VVG) oder ein elektronisches (EVG). Welcher Typ verbaut ist, bestimmt, wie der LED-Wechsel abläuft — und ob er ein einfacher Tausch ist oder ein Fall für die Elektrofachkraft.
Es gibt im Wesentlichen zwei Wege, und für beide gilt: Die LED muss laut Hersteller für genau diesen Betrieb freigegeben sein. Pauschal passt eine G23-LED nicht in jede Leuchte.
Steckt ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) in der Leuchte, ist besondere Vorsicht angebracht: Ein LED-Betrieb am EVG funktioniert nur, wenn die LED ausdrücklich dafür freigegeben ist — verlassen Sie sich nicht ohne Datenblatt darauf. Wie Sie den Vorschaltgerät-Typ an der Leuchte erkennen, zeigt ausführlich der Röhren-Ratgeber. Passende Lampen finden Sie in der Kategorie LED-Kompaktleuchtstofflampen.
Die G23-Lampe von innen
Drei Dinge bestimmen den Wechsel: der Sockel, der integrierte Starter und das Vorschaltgerät. Klicken Sie sich durch die Grafik — für jeden Punkt sehen Sie das Wichtigste auf einen Blick.
Die G23-Lampe von innen: 2 Pins, integrierter Starter
Klicken Sie auf Sockel, integrierten Starter oder Vorschaltgerät — die drei Punkte, die beim Umstieg von der Kompaktleuchtstofflampe auf LED zählen.
G23 ist ein Stecksockel mit zwei Pins; der Pin-Abstand beträgt 23 mm (genormt nach IEC 60061-1) — daher der Name. Dieselbe Bauform tragen die Handelsbezeichnungen PL-S (Philips) und Dulux S (Osram). Eine G23-LED muss exakt diesen Sockel haben wie die alte Lampe. Nicht mit der 4-Pin-PL-L (2G11) verwechseln.
Helligkeit und Lichtfarbe: nach Lumen wählen, nicht nach Watt
Bei der Kompaktleuchtstofflampe galt die Wattzahl als grobes Maß für die Helligkeit — typisch sind bei der PL-S Stufen wie 5, 7, 9 oder 11 Watt. Bei LED greift diese Faustregel nicht mehr: Eine LED erreicht eine vergleichbare Helligkeit mit deutlich weniger Leistung. Wählen Sie deshalb nach Lumen (der abgegebenen Lichtmenge), nicht nach Watt. Den passenden Lumenwert nennt das Datenblatt der jeweiligen LED; einen pauschalen Umrechnungswert für „so viel Watt = so viel Lumen“ geben wir hier bewusst nicht an, weil er vom konkreten Produkt abhängt. Wie sich Watt grob in Lumen übersetzen lässt, zeigt der Ratgeber zur Sockel- und Lampenkunde.
Für gewohntes, warmes Licht wie bei der alten Lampe wählen Sie eine warmweiße LED (rund 2700 bis 3000 Kelvin). Achten Sie beim Kauf außerdem auf die Lichtfarbe, die in der Bezeichnung oft als dreistellige Zahl steckt — etwa „827“ für rund 2700 Kelvin oder „840“ für 4000 Kelvin.
Schritt für Schritt: so gehen Sie vor
Der eigentliche Lampentausch ist schnell erledigt. Entscheidend ist, vorher den Vorschaltgerät-Typ und die passende LED geklärt zu haben.
- Vorschaltgerät klären. Prüfen Sie, ob die Leuchte ein konventionelles (KVG/VVG) oder ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) hat. Davon hängt ab, welche G23-LED passt — und ob ein einfacher Tausch genügt oder das Vorschaltgerät überbrückt werden muss.
- Passende LED auswählen. Wählen Sie eine G23-LED, deren Kennzeichnung im Datenblatt zu Ihrem Vorschaltgerät passt (Betrieb am KVG/VVG beziehungsweise an 230 Volt). Achten Sie auf Lumen statt Watt und auf die gewünschte Lichtfarbe.
- Strom ausschalten und alte Lampe herausziehen. Leuchte ausschalten. Die G23-Lampe wird aus der Fassung gezogen beziehungsweise leicht gekippt und entnommen — der integrierte Starter geht mit ihr.
- LED einsetzen und prüfen. Neue G23-LED mit den beiden Pins einsetzen. Bei einer Retrofit-LED am vorhandenen Vorschaltgerät schalten Sie danach den Strom wieder ein und prüfen das Licht. Ist eine Konversion auf 230 Volt nötig, übernimmt diesen Schritt eine Elektrofachkraft.
Sicherheitshinweis: Schalten Sie vor dem Lampenwechsel den Strom ab. Geht es darum, das Vorschaltgerät zu überbrücken oder auszubauen (Konversion auf 230 Volt), ist das Arbeit an der festen Elektroinstallation — sie gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Verlassen Sie sich bei der Eignung einer LED für Ihr Vorschaltgerät nicht auf Faustregeln, sondern auf die Herstellerangabe im Datenblatt.
Entsorgung: Kompaktleuchtstofflampe gehört nicht in den Hausmüll
Anders als eine ausgediente Glüh- oder Halogenlampe gehört die alte Kompaktleuchtstofflampe nicht in den Restmüll. Sie enthält geringe Mengen Quecksilber und zählt zum Elektroschrott — sie wird getrennt gesammelt und gehört zur Sammelstelle oder in die Rücknahme im Handel. Auch die neue LED ist Elektroschrott und wird, wenn sie irgendwann ausfällt, ebenfalls getrennt entsorgt. Geht eine Kompaktleuchtstofflampe zu Bruch, lüften Sie den Raum und kehren die Reste vorsichtig auf, statt sie aufzusaugen.
Häufige Fragen zum Wechsel von PL-S / Dulux S (G23) auf LED
Kann man eine G23-Lampe (PL-S / Dulux S) auf LED umrüsten?
Ja, eine G23-Lampe lässt sich auf LED umstellen — wie einfach, hängt vom Vorschaltgerät ab. Für das konventionelle Vorschaltgerät (KVG/VVG) gibt es G23-LEDs, die laut Hersteller direkt daran laufen; dann ist es ein einfacher Lampentausch. Alternativ wird das Vorschaltgerät überbrückt, sodass die Lampe an 230 Volt läuft — das ist ein Eingriff für die Elektrofachkraft. Ob eine LED für Ihren Vorschaltgerät-Typ geeignet ist, steht im Datenblatt.
Was ist der Unterschied zwischen PL-S (G23) und PL-L (2G11)?
Die PL-S beziehungsweise Dulux S ist die kurze Variante mit G23-Sockel und zwei Pins; der Starter ist in den Sockel integriert. Die PL-L beziehungsweise Dulux L ist länger und hat einen 4-Pin-Sockel (2G11) ohne integrierten Starter. Die beiden Sockel passen nicht ineinander — achten Sie auf die Anzahl der Pins und die Bezeichnung auf der alten Lampe.
Warum hat die PL-S nur zwei Pins?
Weil der Starter bei der PL-S im Sockelfuß integriert ist — in dem Kunststoffblock zwischen den Pins. Er gehört zur Lampe und wird beim Tausch automatisch mit ersetzt, deshalb genügen zwei Pins. Bei der 4-Pin-PL-L sitzt der Starter dagegen in der Leuchte, daher die zwei zusätzlichen Kontakte.
Brauche ich beim Wechsel auf eine G23-LED einen Dummy-Starter?
Nein. Anders als bei einer T8-Leuchtstoffröhre brauchen Sie bei der G23-Lampe keinen Dummy-Starter: Der Starter ist in die alte Lampe integriert und verschwindet mit ihr. Ein separater Überbrückungs-Starter wie bei der Röhre entfällt. Maßgeblich bleibt, dass die LED für Ihr Vorschaltgerät freigegeben ist.
Läuft eine G23-LED am vorhandenen Vorschaltgerät oder muss es raus?
Das hängt von der LED und vom Vorschaltgerät-Typ ab. Es gibt G23-LEDs, die laut Hersteller am konventionellen Vorschaltgerät (KVG/VVG) laufen — etwa die als „EM & AC MAINS“ gekennzeichneten Typen, die zugleich an 230 Volt betrieben werden können. Ohne passende Freigabe wird das Vorschaltgerät überbrückt und die Lampe läuft an Netzspannung; diese Umverdrahtung gehört in fachkundige Hände. Was für Ihre LED gilt, steht im Datenblatt.
Wie viele Watt hat eine PL-S, und wie finde ich die passende LED?
Typische Wattstufen der PL-S sind 5, 7, 9 und 11 Watt. Wählen Sie die LED aber nicht nach Watt, sondern nach Lumen — also nach der Lichtmenge, die im Datenblatt der LED steht. Eine LED erreicht eine vergleichbare Helligkeit mit deutlich weniger Leistung. Für gewohntes warmes Licht nehmen Sie eine warmweiße LED (rund 2700 bis 3000 Kelvin).
Wie entsorge ich die alte Kompaktleuchtstofflampe?
Die alte Kompaktleuchtstofflampe gehört nicht in den Hausmüll: Sie enthält geringe Mengen Quecksilber und zählt zum Elektroschrott. Geben Sie sie an einer Sammelstelle oder über die Rücknahme im Handel ab. Geht sie zu Bruch, lüften Sie den Raum und kehren die Reste vorsichtig auf. Auch die neue LED wird später als Elektroschrott getrennt entsorgt.
