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Welche Arten von LEDs gibt es?

SMD, COB, Filament, RGB, Infrarot, UV — der Begriff „LED-Arten“ meint meist die Chip-Technologie. Dieser Ratgeber erklärt die Typen kurz und zeigt, welcher Chip wofür gemacht ist. Welche Lampe Sie als Ersatz brauchen, ist eine andere Frage — dazu verlinken wir den passenden Ratgeber.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 25. Juli 2026 Lesezeit ca. 7 Minuten

Kurz beantwortet: zwei Ebenen von „LED-Arten“

Den Begriff „LED-Arten“ gibt es auf zwei Ebenen, die oft durcheinandergehen:

  • Chip-/Technologie-Art — wie die Leuchtdiode aufgebaut ist: SMD, COB, Filament, RGB, Infrarot (IR), UV. Darum geht es in diesem Ratgeber.
  • Lampen-Bauform — wie die fertige Lampe aussieht: Birne, Kerze, Spot, Röhre, Panel. Welche Lampe Sie als Ersatz brauchen, steht im Ratgeber LED-Ersatzprodukt finden.

Wenn von „verschiedenen LED-Arten“ die Rede ist, meinen die meisten die Chip-Technologie hinter der Leuchtdiode. Genau die ordnen wir hier ein: was SMD von COB unterscheidet, was eine Filament-LED ist und wofür RGB, Infrarot und UV gemacht sind. Konkrete Werte wie Lichtstrom, Farbwiedergabe oder Lebensdauer hängen vom einzelnen Produkt ab und stehen auf dessen Verpackung — wir bleiben deshalb bei der Einordnung der Typen.

Die LED-Typen im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Chip-Typen mit einer kurzen Beschreibung und der typischen Anwendung. Sie ersetzt die langen Einzelabschnitte — die Details zu den wichtigsten Typen stehen darunter.

LED-Chip-Typen im Überblick — Einordnung aus diesem Ratgeber; konkrete Produktwerte stehen auf Verpackung und Datenblatt.
Typ Kurzbeschreibung Typische Anwendung
Einzel-/Standard-LED Klassische einzelne Leuchtdiode, oft als Bauteil in Elektronik. Signal- und Statuslichter, Anzeigen, Dekobeleuchtung
Hochleistungs-LED Auf hohe Lichtleistung und Wärmeableitung ausgelegte Einzel-LED. Flutlicht, Außen- und Straßenbeleuchtung, Industrie
SMD Viele kleine Dioden flach auf die Platine gelötet (Surface-Mounted Device). Standard in LED-Lampen, Modulen und Streifen
COB Viele Chips dicht zu einer Leuchtfläche zusammengefasst (Chip on Board). Spots, Strahler, Downlights — homogenes, gerichtetes Licht
Filament Leuchtfäden im klaren Glaskolben, strahlen rundum (360°). Retrofit-Glühbirnen, sichtbare Leuchten, Vintage-Optik
RGB(W) Rote, grüne und blaue (plus weiße) Dioden für Farbmischung. Ambiente, Effektlicht, Smart-Home-Beleuchtung
Infrarot (IR) Strahlt unsichtbares Licht ab etwa 700 nm ab. Fernbedienungen, Bewegungssensorik, Nachtsicht
UV Strahlt ultraviolettes Licht ab — je nach Band UV-A, UV-B oder UV-C. Schwarzlicht, Aushärtung, Lichttherapie, Entkeimung

Die wichtigsten Typen kurz erklärt

SMD — der Standard in Lampen und Streifen

SMD steht für Surface-Mounted Device: kleine Leuchtdioden, die flach auf eine Platine gelötet werden. Weil sich so viele Dioden auf wenig Fläche unterbringen lassen, steckt SMD heute in den meisten LED-Lampen, -Modulen und -Streifen. Die einzelnen Lichtpunkte sind bei genauem Hinsehen erkennbar. SMD ist flexibel und gut für eine gleichmäßige Flächen- und Raumausleuchtung.

COB — homogenes Licht für Spots und Strahler

Bei COB (Chip on Board) sitzen viele Chips dicht beieinander auf einer gemeinsamen Trägerplatte und bilden eine einzige Leuchtfläche. Statt vieler Einzelpunkte entsteht ein gleichmäßiger, gerichteter Lichtfleck ohne erkennbare Einzel-LEDs. Das macht COB zur typischen Wahl für Spots, Strahler und Downlights, bei denen gebündeltes, homogenes Licht gefragt ist.

Filament — die Retrofit-Glühbirne

Filament-LEDs ahmen die klassische Glühbirne nach: Statt einer Glühwendel sitzen mehrere LED-Leuchtfäden (technisch eine Bauart der COB-Technik) im klaren Glaskolben. Weil die Fäden frei im Kolben stehen, strahlen sie rundum — also nahezu 360 Grad statt nur nach vorn. Das macht Filament-LEDs zur guten Wahl für sichtbare Leuchten, Pendel und Vintage-Optik, wo der Look der alten Glühbirne erwünscht ist. Welche Lampe als Ersatz passt, klärt der Ersatz-Ratgeber.

RGB(W) — Farbe und Ambiente

RGB-LEDs vereinen je eine rote, grüne und blaue Diode. Durch Mischen dieser drei Grundfarben lassen sich viele Farbtöne erzeugen; Varianten mit zusätzlicher weißer Diode (RGBW) erzeugen außerdem sauberes Weiß. RGB(W) ist für Ambiente, Effektlicht und Smart-Home-Beleuchtung gedacht — nicht als Ersatz für eine normale weiße Allgemeinbeleuchtung.

Infrarot (IR) — unsichtbares Licht

Infrarot-LEDs strahlen Licht im Bereich ab etwa 700 nm ab, das für das menschliche Auge unsichtbar ist. Eingesetzt werden sie dort, wo Licht übertragen, aber nicht gesehen werden soll: in Fernbedienungen, in der Bewegungs- und Lichtsensorik sowie zur Ausleuchtung bei Nachtsicht-Kameras.

UV — von Schwarzlicht bis Entkeimung

UV-LEDs strahlen ultraviolettes Licht ab. Welche Anwendung infrage kommt, hängt vom UV-Band ab:

  • UV-A (315–400 nm): langwelliges UV — Schwarzlicht, Insektenfallen, UV-Aushärtung und Materialprüfung. Mehr im Ratgeber UV-A-Lampen.
  • UV-B (280–315 nm): mittelwelliges UV — unter anderem in der medizinischen Lichttherapie. Hintergrund im Ratgeber UV-B-Lampen & Lichttherapie.
  • UV-C (100–280 nm): kurzwelliges, energiereiches UV — zur Entkeimung von Luft, Oberflächen und Wasser. Details und Sicherheit im Ratgeber UV-C-Lampen zur Desinfektion.

Sicherheitshinweis: UV-Strahlung kann Augen und Haut schädigen — je kurzwelliger, desto stärker. UV-C-Quellen nur ohne Personen oder Tiere im Raum betreiben und die Herstellerhinweise beachten. Welche Schutzmaßnahmen je Band gelten, steht in den verlinkten UV-Ratgebern.

LED-Filament, Vintage & Edison: Technik oder Stil?

„Vintage“ und „Edison“ sind keine eigene LED-Technik, sondern ein Retro-Gestaltungsstil — also eine Design-Anmutung, kein Chip-Typ. Technisch steckt dahinter in aller Regel eine Filament-LED: LED-Leuchtfäden auf schmalen Trägerstäben, die den alten Glühfaden nachbilden, meist im klaren Glaskolben. Den genauen Aufbau beschreibt der Abschnitt Filament weiter oben — wir wiederholen ihn hier nicht.

Erkennbar ist der Stil am klaren Glas mit sichtbaren Leuchtfäden und an der warmen Lichtanmutung; konkrete Werte zu Lumen, Lichtfarbe und Dimmbarkeit stehen laut Datenblatt des jeweiligen Produkts. Gedacht ist dieser Look für sichtbare, offene Leuchten — Pendel, offene Fassungen, Schaufenster, Deko —, bei denen die Lampe selbst Teil der Optik ist. Für eine gleichmäßige Flächen- und Allgemeinausleuchtung sind dagegen eher SMD-Lampen gemacht.

Welche Glaskolben-Form dahintersteckt (röhrenförmig, große Globe-Form und so weiter), ordnen wir bewusst nicht hier ein — das gehört in den Form-Ratgeber LED-Lampen-Bauformen; die warmweiße Anmutung erklärt der Ratgeber Lichtfarbe wählen. Serienbezeichnungen wie „Vintage 1906“ sind Hersteller-Produktnamen für genau diesen Stil — auch sie stehen für keine eigene Technik. Konkrete Watt-, Lumen- oder Sockelangaben dazu nennen wir nicht, solange sie nicht aus dem jeweiligen Datenblatt belegt sind. Passende Produkte finden Sie unter Filament-LEDs und in der Übersicht LED-Lampen.

Chip-Art oder Bauform — was ist gemeint?

Im Alltag werden zwei Dinge oft „LED-Art“ genannt: die Chip-Technologie (SMD, COB, Filament …) und die Bauform der Lampe (Birne, Kerze, Spot, Röhre, Panel). Für den Kauf ist meist die Bauform entscheidend — sie muss zum Sockel und zur Leuchte passen. Die Chip-Technologie steckt dann in der jeweiligen Lampe. Welcher Sockel in Ihrer Fassung sitzt, klärt die Lampensockel-Übersicht; welche Lampe Sie als Ersatz für eine alte brauchen, der Ratgeber LED-Ersatzprodukt finden.

LED-Art-Finder: welcher Chip-Typ für welchen Zweck?

Wählen Sie aus, wofür Sie die LED brauchen — der Finder nennt den typischen Chip-Typ und eine kurze Begründung.

LED-Art-Finder

Wofür brauchen Sie die LED? Der passende Chip-Typ und eine kurze Begründung erscheinen sofort.

Helle Decken-/Allgemeinbeleuchtung → SMD

SMD ist der Standard-Chip in den meisten LED-Lampen und -Modulen: viele kleine Dioden auf der Platine, flexibel einsetzbar und gut für eine gleichmäßige Raumausleuchtung. LED-Lampen ansehen →

Orientierung nach diesem Ratgeber. Welche Lampe konkret passt, hängt von Sockel, Helligkeit und Leuchte ab — siehe die verlinkten Ratgeber.

Häufige Fragen zu den LED-Arten

Was ist der Unterschied zwischen SMD- und COB-LEDs?

Bei SMD (Surface-Mounted Device) sitzen viele kleine Einzeldioden flach auf der Platine — die einzelnen Lichtpunkte sind erkennbar, und der Typ ist flexibel für Lampen, Module und Streifen. Bei COB (Chip on Board) sind viele Chips dicht zu einer einzigen Leuchtfläche zusammengefasst; das ergibt ein homogenes, gerichtetes Licht ohne sichtbare Einzel-LEDs und eignet sich vor allem für Spots und Strahler.

Was ist eine Filament-LED (Fadenlampe)?

Eine Filament-LED ahmt die klassische Glühbirne nach: Statt einer Glühwendel sitzen mehrere LED-Leuchtfäden im klaren Glaskolben. Weil die Fäden frei im Kolben stehen, strahlen sie rundum — also nahezu 360 Grad. Technisch ist der Leuchtfaden eine Bauart der COB-Technik. Filament-LEDs sind vor allem für sichtbare Leuchten und Vintage-Optik gedacht, bei denen der Look der alten Glühbirne erwünscht ist.

Welche LED-Art brauche ich für meine Lampe?

Für den Kauf zählt meist nicht die Chip-Technologie, sondern die Bauform und der Sockel — die Lampe muss in die Fassung passen. Welcher Sockel bei Ihnen verbaut ist, erkennen Sie mit der Lampensockel-Übersicht; welche Lampe als Ersatz für eine alte passt, klärt der Ratgeber zum Finden des richtigen LED-Ersatzprodukts. Die Chip-Technologie (SMD, COB, Filament) steckt dann in der jeweiligen Lampe.

Ist eine Vintage- oder Edison-LED eine eigene LED-Technik?

Nein. Vintage und Edison bezeichnen einen Retro-Gestaltungsstil bzw. eine Bauform-Anmutung, keine eigene Technik. Dahinter steckt technisch meist eine Filament-LED (LED-Leuchtfäden im klaren Glaskolben). Den genauen Aufbau erklärt der Filament-Abschnitt; welche Glaskolben-Form (zum Beispiel röhrenförmig oder Globe) gemeint ist, steht im Bauform-Ratgeber.

Wofür eignen sich LED-Filament- bzw. Vintage-Lampen?

Vor allem für sichtbare, offene Leuchten (Pendel, offene Fassungen, Schaufenster, Deko), bei denen die Lampe selbst Teil der Optik ist: klares Glas und sichtbare Leuchtfäden geben den Glühlampen-Look. Die Lichtanmutung wirkt typischerweise warm; konkrete Werte zu Lumen, Lichtfarbe und Dimmbarkeit stehen laut Datenblatt des jeweiligen Produkts. Für eine gleichmäßige Flächenausleuchtung sind eher SMD-Lampen gedacht.