AnleitungLeuchtstoffröhrenThema: Röhren und Betriebsgeräte

Leuchtstoffröhre / Neonröhre wechseln

So tauschen Sie eine defekte Leuchtstoff- oder Neonröhre selbst aus — sicher, in wenigen Schritten und meist ohne Spezialwerkzeug. Diese Anleitung gilt für den 1:1-Tausch gegen eine neue Röhre, nicht für die Umrüstung auf LED.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 25. Juli 2026 Lesezeit ca. 6 Minuten

Kurz beantwortet

Eine Leuchtstoffröhre (umgangssprachlich auch Neonröhre) wechseln Sie so: Zuerst die Leuchte spannungsfrei schalten. Dann den Sockel erkennen — die verbreitete T8-Röhre mit G13-Sockel drehen Sie um etwa eine Vierteldrehung (90°) und nehmen sie heraus, die schmalere T5-Röhre mit G5-Sockel ziehen Sie gerade heraus. Setzen Sie eine neue Röhre mit gleicher Länge, Wattzahl, gleichem Sockel und gleicher Lichtfarbe ein. Bei konventionellem Vorschaltgerät tauschen Sie den Starter am besten gleich mit.

Eine flackernde oder dunkle Röhre lässt sich meist in wenigen Minuten selbst tauschen — vorausgesetzt, es geht wirklich nur um die Röhre und gegebenenfalls den Starter. Beides ist gesteckt beziehungsweise gedreht und damit ohne Eingriff in die Verdrahtung machbar. Sobald aber ein Vorschaltgerät ausgebaut oder fest verdrahtet werden muss, ist das eine Aufgabe für eine Elektrofachkraft — dazu unten mehr.

Neonröhre oder Leuchtstoffröhre — was ist gemeint?

Im Alltag wird die lange, gerade Röhre oft Neonröhre genannt. Technisch handelt es sich fast immer um eine Leuchtstofflampe (Leuchtstoffröhre) — eine Gasentladungslampe mit Leuchtstoffbeschichtung. Echte Neonröhren mit Neongas (Leuchtreklame) arbeiten dagegen mit Hochspannung, gehören in die Hand eines Fachbetriebs und sind hier ausdrücklich nicht gemeint. Diese Anleitung gilt nur für die umgangssprachlich „Neonröhre“ genannte Leuchtstoffröhre in normalen Leuchten (Büro, Keller, Garage, Werkstatt).

Leuchtstoffröhre wechseln: in fünf Schritten

Der eigentliche Wechsel folgt immer demselben Ablauf. Den Sockel-spezifischen Handgriff (drehen oder ziehen) zeigt der Finder weiter unten.

  1. Spannungsfrei schalten. Schalten Sie die Leuchte aus, bevor Sie beginnen (Details im Sicherheitshinweis unten). Lassen Sie eine länger betriebene Röhre kurz abkühlen.
  2. Sockel und Bauform erkennen. Sehen Sie nach, ob es eine dicke T8- oder eine dünne T5-Röhre ist und welcher Sockel verbaut ist (meist G13 bei T8, G5 bei T5). Bei Ring- oder U-Form gilt die jeweils passende Mechanik.
  3. Alte Röhre herausnehmen. T8/G13: um etwa 90° drehen, bis die Stifte durch die Fassungsschlitze passen, dann nach unten herausnehmen. T5/G5: gerade aus den Fassungen ziehen, nicht drehen.
  4. Passende neue Röhre einsetzen. Wählen Sie eine Röhre mit gleicher Länge, gleicher Wattzahl, gleichem Sockel und gleicher Lichtfarbe. Die Werte stehen auf der alten Röhre oder im Datenblatt. Einsetzen und — bei T8 — zurückdrehen, bis sie einrastet.
  5. Starter prüfen und Funktion testen. Bei konventionellem Vorschaltgerät den Starter am besten mittauschen (siehe unten). Dann die Spannung wieder einschalten und die neue Röhre testen.

Sicherheit: Vor dem Wechsel die Leuchte spannungsfrei schalten (Schalter aus, im Zweifel Sicherung raus). Der reine Tausch von Röhre und Starter ist gesteckt beziehungsweise gedreht und ohne Eingriff in die Verdrahtung möglich. Muss dagegen ein Vorschaltgerät (EVG/KVG) ausgebaut oder etwas fest verdrahtet werden, gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft.

Welcher Sockel — drehen oder ziehen?

Ob Sie die Röhre drehen oder gerade herausziehen, hängt am Sockel. Wählen Sie Ihren Typ — der Finder erklärt die Mechanik und worauf Sie beim Ersatz achten.

Sockel-/Mechanik-Finder

Sockel wählen — die Tausch-Mechanik und der passende Ersatz erscheinen darunter.

Sockel-Mechanik nach gängiger Bauart. Maßgeblich für konkrete Maße (Länge, Stegabstand bei U-Form) ist die Angabe auf der alten Röhre oder das Datenblatt. Welcher Sockel verbaut ist, klärt der Sockel-Ratgeber.

Den passenden Ersatz wählen

Damit die neue Röhre passt und richtig leuchtet, müssen vier Angaben mit der alten übereinstimmen. Sie stehen in der Regel direkt auf der alten Röhre aufgedruckt:

  • Länge / Bauform: gleiche Röhrenlänge, gleiche Bauart (gerade, Ring, U-Form). Eine zu lange oder zu kurze Röhre passt nicht in die Fassungen.
  • Wattzahl: Die Watt-Angabe muss zur Leuchte und zum Vorschaltgerät passen — bei konventionellem Vorschaltgerät ist die Wattzahl fest vorgegeben. Übernehmen Sie den Wert von der alten Röhre.
  • Sockel: gleicher Sockeltyp (zum Beispiel G13 bei T8, G5 bei T5), sonst passt die Röhre nicht in die Fassung.
  • Lichtfarbe: gleiche Lichtfarbe (zum Beispiel die auf der Röhre genannte Farbkennzahl), damit das Licht zum Raum passt.

Können Sie die alte Röhre nicht mehr ablesen, helfen die Sortimente nach Bauart weiter — eine Längen-, Lumen- und Watt-Gegenüberstellung von Leuchtstoff- und LED-Röhren finden Sie im Ratgeber LED-Röhren und Leuchtstoffröhren im Vergleich.

Starter mitwechseln — ja oder nein?

Ob ein Starter überhaupt vorhanden ist, hängt vom Vorschaltgerät ab. Leuchten mit konventionellem Vorschaltgerät (KVG/VVG) haben einen Starter — ein kleines, meist zylindrisches Bauteil, das sich herausdrehen lässt. Leuchten mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) haben keinen Starter.

Faustregel: Wenn Ihre Leuchte einen Starter hat, tauschen Sie ihn beim Röhrenwechsel am besten gleich mit — er ist günstig und ein defekter Starter ist eine häufige Ursache für flackernde oder nicht zündende Röhren. Der Starter wird wie eine kleine Röhre eingedrückt und um etwa eine Vierteldrehung gedreht. Welche Vorschaltgeräte es gibt und woran Sie sie erkennen, erklärt der Ratgeber Vorschaltgerät: EVG, KVG und VVG. Zum Starter selbst — auch zum Thema LED- und Dummy-Starter — lesen Sie Starter und Dummy-Starter.

Dauerhaft auf LED umrüsten?

Wenn Sie ohnehin gerade an der Leuchte arbeiten, kann sich statt des 1:1-Tauschs auch die Umrüstung auf eine LED-Röhre lohnen — das ist aber ein eigenes Thema mit anderen Schritten (Starter überbrücken, gegebenenfalls Vorschaltgerät beachten). Wie das geht und worauf Sie achten müssen, steht ausführlich im Ratgeber Leuchtstoffröhren durch LED-Röhren ersetzen. Hier auf dieser Seite geht es bewusst nur um den direkten Röhrentausch.

Alte Röhre richtig entsorgen

Leuchtstoff- und Neonröhren enthalten Quecksilber und gehören deshalb nicht in den Hausmüll. Geben Sie die alte Röhre bruchsicher verpackt an einer Sammelstelle, im Wertstoffhof oder bei entsprechenden Rücknahmestellen ab. Worauf Sie dabei achten und wo Sie Altlampen abgeben, fasst der Ratgeber Leuchtmittel richtig entsorgen zusammen.

Häufige Fragen zum Röhrenwechsel

Wie wechselt man eine Leuchtstoffröhre richtig?

Schalten Sie zuerst die Leuchte spannungsfrei. Erkennen Sie dann den Sockel: Eine T8-Röhre mit G13-Sockel drehen Sie um etwa eine Vierteldrehung (90°) und nehmen sie heraus, eine schmalere T5-Röhre mit G5-Sockel ziehen Sie gerade heraus. Setzen Sie eine neue Röhre mit gleicher Länge, Wattzahl, gleichem Sockel und gleicher Lichtfarbe ein. Bei konventionellem Vorschaltgerät tauschen Sie den Starter am besten gleich mit.

Kann man eine Leuchtstoffröhre ohne Drehen wechseln?

Das hängt vom Sockel ab. Die verbreitete T8-Röhre mit G13-Sockel wird zum Lösen um etwa 90° gedreht. Die schmalere T5-Röhre mit G5-Sockel wird dagegen nicht gedreht, sondern gerade aus den Fassungen gezogen und ebenso wieder eingesteckt. Prüfen Sie also zuerst, welcher Sockel verbaut ist.

Wie wechselt man eine Leuchtstoffröhre mit Starter?

Wechseln Sie zuerst wie gewohnt die Röhre. Hat die Leuchte ein konventionelles Vorschaltgerät, besitzt sie zusätzlich einen Starter — ein kleines, herausdrehbares Bauteil. Drücken Sie den Starter leicht ein und drehen Sie ihn um etwa eine Vierteldrehung heraus, setzen Sie den neuen ebenso ein. Ein defekter Starter ist eine häufige Ursache für flackernde Röhren, deshalb lohnt der Mittausch. Leuchten mit elektronischem Vorschaltgerät haben keinen Starter.

Muss ich beim Röhrenwechsel den Strom abschalten?

Ja. Schalten Sie die Leuchte vor dem Wechsel spannungsfrei (Schalter aus, im Zweifel Sicherung raus). Der reine Tausch von Röhre und Starter ist gesteckt beziehungsweise gedreht und ohne Eingriff in die Verdrahtung möglich. Muss dagegen ein Vorschaltgerät ausgebaut oder etwas fest verdrahtet werden, überlassen Sie das einer Elektrofachkraft.

Woran erkenne ich, welche Ersatzröhre ich brauche?

Lesen Sie die Angaben von der alten Röhre ab: Länge beziehungsweise Bauform, Wattzahl, Sockel und Lichtfarbe müssen mit der neuen Röhre übereinstimmen. Diese vier Werte stehen in der Regel auf der Röhre aufgedruckt. Ist nichts mehr lesbar, hilft die Auswahl nach Bauart weiter; konkrete Maße entnehmen Sie dem Datenblatt.

Kann man noch Leuchtstoffröhren und Neonröhren kaufen?

Klassische Leuchtstoffröhren laufen in der EU schrittweise aus, weil sie Quecksilber enthalten. Ersatzröhren sind je nach Typ noch als Restbestand erhältlich, das Angebot wird aber kleiner. Wenn Sie ohnehin tauschen, lohnt es sich daher zu prüfen, ob eine Umrüstung auf eine LED-Röhre sinnvoll ist. Den genauen Stand zur Verfügbarkeit klären Sie am besten anhand des konkreten Röhrentyps.