Abblendlicht & FernlichtThema: FahrzeugbeleuchtungWissen

Abblendlicht und Fernlicht: welche Lampe brauche ich?

Ob H7, H4, H1 oder H11 — welcher Lampentyp in Ihren Scheinwerfer gehört, entscheidet das Fahrzeug. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den Typ sicher bestimmen, worin sich die gängigen Kategorien unterscheiden und worauf es beim Wechsel ankommt.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 24. August 2026 Lesezeit ca. 8 Minuten

Kurz beantwortet

Welche Lampe in Ihren Scheinwerfer gehört, gibt das Fahrzeug vor — nicht der Handel. Die gängigen Halogen-Typen für Abblend- und Fernlicht heißen H7, H4 und H1; dazu kommt H11, das je nach Fahrzeug das Abblendlicht oder den Nebelscheinwerfer versorgt. Sie sind international genormte, eigenständige Bauarten mit jeweils eigenem Sockel: H7 sitzt auf PX26d, H4 auf P43t, H1 auf P14.5s, H11 auf PGJ19-2 — untereinander sind sie nicht austauschbar. H4 ist eine Zweifadenlampe und übernimmt Abblend- und Fernlicht in einer Lampe; H7, H1 und H11 haben einen Glühfaden und übernehmen eine Funktion je Lampe. Den richtigen Typ finden Sie in der Betriebsanleitung, auf dem Aufdruck der alten Lampe oder direkt am ausgebauten Leuchtmittel.

Das Abblendlicht fällt aus, an der Tankstelle stehen H1, H4, H7 und ein Dutzend weiterer Kürzel im Regal — und auf keiner Packung steht „für Ihr Auto". Das ist kein Zufall: Dieselbe Lichtfunktion wird je nach Scheinwerfer von unterschiedlichen Lampentypen übernommen, und sogar innerhalb einer Baureihe kann die Ausstattung den Typ ändern. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den passenden Typ zweifelsfrei bestimmen, was die vier gängigsten Kategorien unterscheidet und worauf Sie beim Wechsel achten sollten.

Abblendlicht und Fernlicht: zwei Aufgaben, oft zwei Lampen

Das Abblendlicht ist das Arbeitslicht für den normalen Nachtverkehr: Es leuchtet die Fahrbahn mit einer definierten Hell-Dunkel-Grenze aus, rechts weiter als links, und ist so ausgelegt, dass der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Das Fernlicht leuchtet deutlich weiter und höher, blendet dafür entgegenkommende Fahrer — es gehört nur auf freie Strecke ohne Gegenverkehr und ohne vorausfahrende Fahrzeuge.

Für die Lampenwahl ist entscheidend: Ob beide Funktionen aus einer Lampe kommen oder aus zwei getrennten, bestimmt die Bauart des Scheinwerfers. Klassisch übernimmt eine H4-Zweifadenlampe beides; viele Scheinwerfer trennen die Funktionen dagegen auf zwei Einfadenlampen — etwa H7 für das Abblendlicht und H1 oder eine zweite H7 für das Fernlicht. Welche Kombination verbaut ist, lässt sich nicht am Fahrzeugalter oder an der Marke ablesen, sondern nur am konkreten Scheinwerfer.

Den richtigen Lampentyp sicher bestimmen

  • Betriebsanleitung: Im Kapitel zur Beleuchtung ist je Lichtfunktion der Lampentyp angegeben — getrennt für Abblendlicht, Fernlicht, Nebel- und Signallicht. Das ist der schnellste verlässliche Weg.
  • Aufdruck auf der alten Lampe: Auf dem Sockel oder Kolben der ausgebauten Lampe stehen Typ und Nennleistung, zum Beispiel „H7 55W". Der Ausbau lohnt sich also auch als Kontrolle vor dem Kauf.
  • Abgleich mit dem Sockel: Jeder Typ hat einen eigenen, genormten Sockel. Eine H7 (PX26d) passt mechanisch nicht in eine H4-Fassung (P43t) — ein falsch gekaufter Typ lässt sich gar nicht erst einsetzen.

Wichtig zu wissen: Abblendlicht und Fernlicht können unterschiedliche Typen verwenden. Wer nur „die Birne vorne" wechseln will, sollte vorher klären, welche der beiden Funktionen betroffen ist — sonst liegt am Ende die richtige Lampe für die falsche Fassung im Warenkorb.

H7, H4, H1 und H11 im Überblick

Die vier Kategorien decken den größten Teil der Halogen-Bestückung vorn am Fahrzeug ab. Die Tabelle zeigt die Kennwerte der Standardausführungen im Pkw-Bordnetz, wie sie die Hersteller in ihren Produktdaten führen:

Typ Sockel Leistung (12 V) Aufbau
H7 PX26d 55 W Ein Glühfaden — eine Lichtfunktion je Lampe
H4 P43t 60/55 W Zwei Glühfäden — Fern- und Abblendlicht in einer Lampe
H1 P14.5s 55 W Ein Glühfaden — eine Lichtfunktion je Lampe
H11 PGJ19-2 55 W Ein Glühfaden — eine Lichtfunktion je Lampe

Im 24-V-Bordnetz (Lkw, Nutzfahrzeuge) gelten eigene Nennleistungen — im Sortiment etwa 70 W bei H1, H7 und H11 sowie 75/70 W bei H4. Die Spannungsangabe auf der Verpackung muss zum Bordnetz passen; eine 12-V-Lampe gehört nicht in ein 24-V-Fahrzeug.

Die H-Kategorien sind international genormte Halogen-Lichtquellen (UN/ECE-Regelung Nr. 37). Die Ziffer ist dabei eine Bauart-Kennung und keine Qualitäts- oder Größenstufe — eine H7 ist keine „bessere H4", sondern eine andere Lampe.

H4: zwei Funktionen in einer Lampe

Die H4 trägt zwei Glühfäden: einen für das Fernlicht und einen für das Abblendlicht, dessen Licht über eine kleine Abdeckkappe im Kolben so gelenkt wird, dass die Hell-Dunkel-Grenze entsteht. Deshalb steht auf H4-Verpackungen die Doppelangabe 60/55 W — 60 W für den Fernlicht-, 55 W für den Abblendlichtfaden. Fällt eine H4 aus, kann je nach Defekt nur eine der beiden Funktionen betroffen sein; getauscht wird trotzdem immer die ganze Lampe.

Praktische Folge: In einem H4-Scheinwerfer steckt eine Lampe je Seite. Wer „Abblendlicht und Fernlicht" ersetzen will, braucht also zwei Lampen für das ganze Fahrzeug — eine links, eine rechts. Was H4 und H7 sonst unterscheidet, zeigt der Ratgeber H4 oder H7.

H7, H1 und H11: eine Funktion je Lampe

H7 und H1 sind Einfadenlampen: eine Lampe, ein Glühfaden, eine Lichtfunktion. Scheinwerfer mit getrennten Kammern nutzen sie in Kombination — häufig H7 im Abblendlicht und H1 oder eine zweite H7 im Fernlicht. In solchen Fahrzeugen können also zwei verschiedene Lampentypen gleichzeitig verbaut sein, und der Ausfall des Fernlichts sagt nichts darüber, welcher Typ im Abblendlicht sitzt.

Bemerkenswert: H7 und H1 haben im 12-V-Netz dieselbe Nennleistung von 55 W — austauschbar sind sie trotzdem nicht. Der Sockel unterscheidet sich (PX26d gegenüber P14.5s), ebenso Geometrie und Fadenlage, auf die der jeweilige Scheinwerfer gerechnet ist.

H11 ist ebenfalls eine Einfadenlampe, sitzt aber auf dem Sockel PGJ19-2 und nimmt im 12-V-Bordnetz 55 W auf. Welche Lichtfunktion sie übernimmt, legt der Fahrzeughersteller fest: mal das Abblendlicht, mal den Nebelscheinwerfer. Aus der Typbezeichnung folgt das nicht — es steht im Fahrzeughandbuch. Passende Ausführungen stehen unter H11 Lampen.

Xenon und LED im Scheinwerfer

Nicht jedes Abblendlicht ist eine Halogenlampe. Xenon-Scheinwerfer arbeiten mit Gasentladungs-Brennern der D-Kategorien (D1S, D2S, D3S, D4S) — eine eigene Welt mit eigenen Sockeln und Hochspannungstechnik. Welche Kategorie Ihr Fahrzeug nutzt und was die Codes bedeuten, erklärt unser Ratgeber Xenon-Brenner D1S, D2S, D3S oder D4S.

Daneben gibt es LED-Nachrüstlampen („LED-Retrofits") für Halogenfassungen wie H7 oder H4. Sie sind technisch Ersatz mit deutlich geringerer Leistungsaufnahme, rechtlich aber ein Sonderfall: Für den Straßenverkehr in Deutschland brauchen sie eine Genehmigung für das konkrete Fahrzeug — maßgeblich sind die Kompatibilitäts- und Freigabelisten des jeweiligen Herstellers; wie diese Freigabe funktioniert, erklärt der Ratgeber LED-Retrofit im Auto. Produkte ohne entsprechende Freigabe dürfen nur abseits öffentlicher Straßen verwendet werden; im Shop sind solche Artikel ausdrücklich als „nur Offroad" gekennzeichnet. Ein LED-Retrofit ist damit keine freie Alternative, sondern eine Option, die vor dem Kauf gegen die Freigabeliste geprüft werden muss.

Worauf es beim Wechsel ankommt

  • Typ und Spannung exakt übernehmen: Gleicher Lampentyp, gleiche Nennspannung wie bisher. Beides steht auf der alten Lampe und in der Betriebsanleitung.
  • Glaskolben nicht mit bloßen Fingern anfassen: Halogenlampen werden am Sockel gehalten. Fett von der Haut kann auf dem heißen Quarzglas einbrennen und die Lebensdauer verkürzen — die Hersteller weisen in ihren Montagehinweisen darauf hin. Gerät Fett auf den Kolben, vor dem Einbau mit einem fusselfreien Tuch und Alkohol reinigen.
  • Paarweise wechseln ist sinnvoll: Halogenlampen altern im Betrieb und verlieren an Helligkeit. Wird nur eine Seite erneuert, leuchten beide sichtbar ungleich — deshalb bieten die Hersteller viele Typen im Doppelpack an, und die zweite Lampe der alten Generation fällt erfahrungsgemäß bald nach der ersten aus.
  • Nach dem Wechsel prüfen: Funktionstest für beide Lichtfunktionen; bei auffälliger Hell-Dunkel-Grenze die Scheinwerfereinstellung kontrollieren lassen.

Häufige Fehlannahmen

  • „Mehr Watt bedeutet mehr erlaubtes Licht." Ausführungen mit erhöhter Leistung — etwa 100/90 W bei H4 — sind für Motorsport- und Offroad-Einsatz gedacht und für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen. Mehr Helligkeit im legalen Rahmen liefern Performance-Halogenlampen mit Standard-Nennleistung.
  • „H4 und H7 sind praktisch dasselbe." Verschiedene Sockel, verschiedene Fadenzahl, verschiedene Scheinwerferauslegung. Keine der beiden passt in die Fassung der anderen.
  • „LED einbauen kann man immer." Ohne Freigabe für das konkrete Fahrzeug ist ein LED-Retrofit im Straßenverkehr nicht zulässig — die Fahrzeugfreigabe ist Kaufkriterium Nummer eins.

Häufige Fragen zu Abblendlicht und Fernlicht

Welche Lampe brauche ich für mein Abblendlicht?

Den Typ bestimmt Ihr Fahrzeug: Er steht in der Betriebsanleitung im Kapitel Beleuchtung und als Aufdruck auf der ausgebauten alten Lampe (zum Beispiel „H7 55W"). Häufige Typen im Scheinwerfer sind H7, H4, H1 und H11 — welcher davon das Abblendlicht übernimmt, gibt der konkrete Scheinwerfer vor und unterscheidet sich teils sogar innerhalb derselben Baureihe.

Sind Abblendlicht und Fernlicht dieselbe Lampe?

Je nach Scheinwerfer. Bei H4 ja: Die Zweifadenlampe übernimmt beide Funktionen. Bei getrennten Scheinwerferkammern nein: Dort arbeiten zwei Einfadenlampen — etwa H7 für das Abblendlicht und H1 oder eine zweite H7 für das Fernlicht. Die Betriebsanleitung führt beide Funktionen getrennt auf.

Was bedeutet 60/55 W bei einer H4-Lampe?

Die H4 hat zwei Glühfäden mit unterschiedlicher Nennleistung: 60 W für das Fernlicht und 55 W für das Abblendlicht. Die Doppelangabe beschreibt also eine Lampe mit zwei Funktionen — nicht zwei verschiedene Lampen.

Kann ich mein Abblendlicht auf LED umrüsten?

Nur mit Genehmigung für Ihr konkretes Fahrzeug. LED-Nachrüstlampen für Halogenfassungen sind in Deutschland ausschließlich mit entsprechender Freigabe zulässig — maßgeblich sind die Kompatibilitätslisten des Lampenherstellers. Steht Ihr Fahrzeug nicht auf der Liste, ist der Betrieb im Straßenverkehr nicht erlaubt; Produkte ohne Zulassung sind nur für den Offroad-Einsatz bestimmt.

Warum sind H7 und H1 nicht austauschbar, obwohl beide 55 W haben?

Weil Leistung nicht Bauart ist: H7 sitzt auf dem Sockel PX26d, H1 auf P14.5s. Dazu unterscheiden sich Kolbengeometrie und Fadenlage, auf die der jeweilige Scheinwerfer optisch gerechnet ist. Eine Lampe des falschen Typs passt mechanisch nicht in die Fassung.

Muss ich Lampen immer paarweise wechseln?

Vorgeschrieben ist es nicht, sinnvoll meistens schon: Halogenlampen verlieren über die Lebensdauer an Helligkeit, und eine neue Lampe neben einer gealterten erzeugt sichtbar ungleiches Licht. Außerdem folgt die zweite Lampe der gleichen Generation erfahrungsgemäß bald — deshalb gibt es viele Typen im Doppelpack.

Darf ich eine Halogenlampe mit bloßen Fingern anfassen?

Besser nicht am Glas: Hautfett brennt auf dem heißen Quarzkolben ein und kann die Lebensdauer verkürzen — die Montagehinweise der Hersteller sehen deshalb das Anfassen am Sockel vor. Falls das Glas berührt wurde, vor dem Einbau mit einem fusselfreien Tuch und etwas Alkohol reinigen.