Büro & ArbeitsplatzLichtplanungThema: Räume und Anwendung

Büro- & Arbeitsplatzbeleuchtung richtig planen

Gutes Bürolicht ist planbar: die richtige Beleuchtungsstärke (Lux) am Arbeitsplatz, eine passende Lichtfarbe und wenig Blendung. Wir zeigen die Richtwerte nach DIN EN 12464-1 und worauf es bei der Planung wirklich ankommt.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 25. Juli 2026 Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz beantwortet

Für ein gut beleuchtetes Büro planen Sie nach drei Größen: Beleuchtungsstärke, Lichtfarbe und Blendung. Am Arbeitsbereich (Schreibtisch, Bildschirm) ist eine Beleuchtungsstärke von rund 500 lx ein gängiger Richtwert nach DIN EN 12464-1; das unmittelbare Umfeld darf darunter liegen. Das Licht sollte blendarm sein — am Bildschirmarbeitsplatz gilt UGR < 19 als Richtwert — und eine neutralweiße Lichtfarbe (Größenordnung ~4000 K) haben. Die genaue Auslegung richtet sich nach Tätigkeit, Raum und Arbeitsstätten-Anforderung.

„Wie viel Licht braucht ein Büro eigentlich?" — diese Frage steht am Anfang fast jeder Beleuchtungsplanung. Eine pauschale Wattzahl hilft dabei nicht weiter, denn es kommt auf die Sehaufgabe am jeweiligen Platz an. Dieser Ratgeber führt Sie durch die drei Planungsachsen Beleuchtungsstärke, Lichtfarbe und Blendung und nennt die belegten Richtwerte aus der Arbeitsstätten-Normung. Wie viel Lichtstrom (Lumen) Sie daraus für eine konkrete Raumgröße ableiten, vertieft der Ratgeber Wie viele Lumen pro m²?.

Beleuchtungsstärke: wie viel Lux am Arbeitsplatz?

Die Beleuchtungsstärke in Lux (lx) beschreibt, wie viel Licht auf der Arbeitsfläche ankommt — sie ist die wichtigste Planungsgröße im Büro. Für Büro- und Bildschirmarbeit gilt ein Richtwert von rund 500 lx im Arbeitsbereich (Richtwert nach DIN EN 12464-1). Die unmittelbare Umgebung des Arbeitsbereichs darf geringer ausgeleuchtet sein, in der Regel rund 300 lx, während reine Verkehrsflächen wie Flure deutlich weniger benötigen.

Wichtig: Das sind Richtwerte, keine starre Pflichtzahl für jeden Quadratmeter. Die konkrete Auslegung hängt von der Tätigkeit, der Raumgeometrie und der Arbeitsstätten-Anforderung ab. Vermeiden Sie es, einzelne „Lux-Tabellenzeilen" ungeprüft zu übernehmen — maßgeblich ist der für Ihre Sehaufgabe einschlägige Wert. Wie sich Lux und Lumen zueinander verhalten, erklärt der Ratgeber Lumen in Lux umrechnen.

Planungshelfer: Richtwert je Arbeitsbereich

Wählen Sie den Bereich oder die Tätigkeit — der Planungshelfer zeigt den Lux-Richtwert nach DIN EN 12464-1 und einen Hinweis zu Lichtfarbe und Blendung.

Planungshelfer: Lux-Richtwert je Bereich

Bereich wählen — Lux-Richtwert (DIN EN 12464-1) sowie Lichtfarbe-/Blendungshinweis erscheinen darunter.

Alle Lux-Angaben sind Richtwerte nach DIN EN 12464-1 und ersetzen keine Lichtplanung. Maßgeblich für den Einzelfall sind die einschlägige Sehaufgabe, die Raumsituation und die Arbeitsstätten-Anforderung.

Lichtfarbe: neutralweiß im Büro

Die Lichtfarbe (Farbtemperatur in Kelvin) bestimmt, ob Licht eher warm oder kühl wirkt. Im Büro hat sich neutralweißes Licht in der Größenordnung von rund 4000 K bewährt — es wirkt sachlich und unterstützt konzentriertes Arbeiten, ohne so kühl zu sein wie tageslichtweiße Beleuchtung. Warmweißes Licht passt eher zu Aufenthalts- und Pausenbereichen.

Die Frage „warmweiß oder kaltweiß im Büro" hängt stark vom Bereich und vom persönlichen Empfinden ab. Welche Kelvin-Werte zu welcher Wirkung gehören und wie Sie die passende Lichtfarbe bestimmen, vertiefen die Ratgeber Lichtfarbe verstehen und Farbtemperatur finden — hier bleibt es bei der Büro-Einordnung.

Blendung begrenzen: UGR am Bildschirm

Gerade am Bildschirmarbeitsplatz stört Blendung die Konzentration und ermüdet die Augen. Als Maß für die psychologische Blendung dient der UGR-Wert (Unified Glare Rating). Für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze gilt UGR < 19 als Richtwert — je niedriger, desto blendärmer.

In der Praxis erreichen Sie das über entblendete Leuchten, eine durchdachte Anordnung relativ zu Fenstern und Bildschirmen sowie matte Oberflächen. Was UGR genau aussagt und wie Sie blendfreies Licht im Büro erkennen, erklärt der Ratgeber Was bedeutet UGR 19? im Detail — an dieser Stelle reicht der Richtwert als Planungsgröße.

Direkt, indirekt und gleichmäßig ausleuchten

Neben den Zahlen entscheidet die Lichtverteilung über die Qualität. Ein reiner Direktanteil von oben kann harte Schatten und Reflexe erzeugen; ein gewisser indirekter Anteil — Licht, das über Decke und Wände in den Raum zurückgeworfen wird — sorgt für weichere, angenehmere Ausleuchtung und weniger Kontrast zum Bildschirm. Viele Büroleuchten kombinieren daher direktes und indirektes Licht.

Achten Sie außerdem auf eine gleichmäßige Ausleuchtung: Große Helligkeitssprünge zwischen Arbeitsplatz, Umgebung und Verkehrsfläche ermüden die Augen. Ziel ist ein stimmiger Übergang von rund 500 lx am Arbeitsbereich zu den geringeren Werten im Umfeld — nicht ein einzelner heller Fleck im sonst dunklen Raum.

Norm und Vorschriften: kurz eingeordnet

Für Beleuchtung am Arbeitsplatz ist in Deutschland die Arbeitsstätten-Normung der Bezugsrahmen; die genannten Lux-Richtwerte stammen aus DIN EN 12464-1 (Beleuchtung von Arbeitsstätten, Innenräume). Dieser Ratgeber gibt die gut belegten Richtwerte als Planungsorientierung wieder — er ersetzt weder den Normtext noch eine fachliche Lichtplanung. Für die konkrete, rechtssichere Auslegung im Betrieb ziehen Sie die einschlägigen Vorgaben und im Zweifel eine Fachplanung heran.

Häufige Fragen zur Bürobeleuchtung

Wie viel Lux braucht ein Arbeitsplatz im Büro?

Für Büro- und Bildschirmarbeit gilt am Arbeitsbereich ein Richtwert von rund 500 lx (Richtwert nach DIN EN 12464-1). Die unmittelbare Umgebung darf geringer ausgeleuchtet sein, in der Regel rund 300 lx (Richtwert nach DIN EN 12464-1), reine Verkehrsflächen deutlich weniger. Das sind Richtwerte und keine starre Pflichtzahl — die konkrete Auslegung richtet sich nach Tätigkeit, Raum und Arbeitsstätten-Anforderung.

Welche Vorschriften gelten für die Beleuchtung am Arbeitsplatz?

Bezugsrahmen ist die Arbeitsstätten-Normung; die gängigen Lux-Richtwerte stammen aus DIN EN 12464-1 für die Beleuchtung von Innenräumen an Arbeitsstätten. Dieser Ratgeber gibt die belegten Richtwerte als Planungsorientierung wieder und ersetzt weder den Normtext noch eine fachliche Lichtplanung. Für die rechtssichere Auslegung im Betrieb sind die einschlägigen Vorgaben und im Zweifel eine Fachplanung maßgeblich.

Welche Lichtfarbe ist im Büro am besten — warmweiß oder kaltweiß?

Im Büro hat sich neutralweißes Licht in der Größenordnung von rund 4000 K bewährt; es wirkt sachlich und unterstützt konzentriertes Arbeiten. Warmweißes Licht passt eher zu Aufenthalts- und Pausenbereichen. Die Wahl hängt vom Bereich und vom persönlichen Empfinden ab — welche Kelvin-Werte zu welcher Wirkung gehören, vertiefen die Ratgeber zu Lichtfarbe und Farbtemperatur.

Was bedeutet UGR 19 am Bildschirmarbeitsplatz?

UGR (Unified Glare Rating) ist ein Maß für die psychologische Blendung durch eine Beleuchtungsanlage. Für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze gilt UGR kleiner 19 als Richtwert — je niedriger der Wert, desto blendärmer das Licht. Erreicht wird das über entblendete Leuchten, eine durchdachte Anordnung zu Fenstern und Bildschirmen sowie matte Oberflächen. Die Details erklärt der UGR-Ratgeber.

Ist indirekte Beleuchtung im Büro sinnvoll?

Ein indirekter Lichtanteil — Licht, das über Decke und Wände in den Raum zurückgeworfen wird — sorgt für weichere Ausleuchtung, weniger harte Schatten und geringeren Kontrast zum Bildschirm. Viele Büroleuchten kombinieren deshalb direktes und indirektes Licht. Wichtig bleibt eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne große Helligkeitssprünge zwischen Arbeitsplatz und Umfeld.

Wie viele Lumen braucht ein Büro pro Quadratmeter?

Der Lumen-Bedarf ergibt sich aus dem angestrebten Lux-Richtwert und der Raumfläche, nicht aus einer pauschalen Lumen-Zahl. Planen Sie zuerst die Beleuchtungsstärke (am Arbeitsbereich rund 500 lx nach DIN EN 12464-1) und leiten Sie daraus den Lichtstrom für Ihre Fläche ab. Wie das konkret geht, zeigt der Ratgeber „Wie viele Lumen pro m²?“ zusammen mit der Lumen-Lux-Umrechnung.