Kurz beantwortet
Eine Metalldampflampe ist eine Hochdruck-Gasentladungslampe: Der Lichtbogen brennt in einem druckdichten Brenner und braucht ein Vorschaltgerät sowie eine hohe Zündspannung. Es gibt zwei Bauarten — Quarz-Metalldampf (Kürzel HQI, HSI, Reihe Osram Powerstar) und Keramik-Metalldampf (CDM-T, HCI, Powerball, Philips MASTERColour). Für den LED-Ersatz ist nicht die Lampenform entscheidend, sondern das vorhandene Betriebsgerät: Ein Retrofit (Lampe tauschen, Vorschaltgerät bleibt) ist nur möglich, wenn die LED dafür laut Datenblatt freigegeben ist — sonst ist ein Umbau auf einen direkten LED-Strahler nötig.
Wer eine alte HQI- oder CDM-Lampe ersetzen will, steht zuerst vor den vielen Kürzeln. Sie stammen teils von Herstellern (Osram Powerstar, Philips MASTERColour), teils sind es technische Bezeichnungen (HQI, CDM-T, HCI). Dieser Ratgeber sortiert die Begriffe, erklärt den Unterschied der beiden Bauarten und zeigt, worauf es beim Wechsel auf LED ankommt. Den größeren Familienzusammenhang aller Hochdruck-Entladungslampen ordnet der Ratgeber Gasentladungslampen-Grundlagen (HID) ein.
Was ist eine Metalldampflampe?
Die Metalldampflampe gehört zur Familie der Hochdruck-Gasentladungslampen (HID). In einem druckdichten Brenner verdampfen Metallsalze und erzeugen über einen Lichtbogen das Licht. Anders als eine Glüh- oder LED-Lampe lässt sich die Metalldampflampe nicht einfach an 230 V anschließen: Sie benötigt ein Vorschaltgerät und eine hohe Zündspannung, und der Brenner wird im Betrieb sehr heiß. Genau deshalb ist der Umstieg auf LED kein reiner Leuchtmittel-Tausch, sondern eine Frage des gesamten Systems.
Zwei verwandte Entladungslampen-Typen sind keine Metalldampflampen, werden aber oft im selben Atemzug genannt: die Quecksilberdampflampe (HQL/HPL) und die Natriumdampflampe (NAV/SON). Wie diese ersetzt werden, behandeln die Ratgeber Quecksilberdampflampe (HQL/HPL) durch LED ersetzen und Natriumdampflampe (NAV/SON) durch LED ersetzen.
Quarz oder Keramik: die zwei Bauarten
Metalldampflampen unterscheiden sich vor allem im Material des Brenners. Daran hängen die typischen Bezeichnungen:
Welche Bauart und welche Eigenschaften eine konkrete Lampe genau hat — Lichtfarbe, Farbwiedergabe, Lichtstrom, Leistung —, steht laut Datenblatt. Diese Werte sollten Sie nicht aus der Bezeichnung ableiten, sondern beim Vergleich mit einem LED-Ersatz immer der Herstellerangabe entnehmen.
Typ-Bestimmer: Quarz- oder Keramik-Metalldampflampe?
Sie wissen nicht, welche Bauart vor Ihnen liegt? Wählen Sie das Merkmal, das Sie an Lampe, Sockel oder Verpackung erkennen — der Bestimmer leitet daraus die Bauart ab und nennt den passenden LED-Ersatz-Hinweis.
Welche Metalldampflampe ist das?
Erkennbares Merkmal wählen — Bauart, Brennertyp und LED-Ersatz-Hinweis erscheinen darunter.
Die Zuordnung ist ein qualitativer Anhaltspunkt. Maßgeblich für Bauart, Leistung, Lichtfarbe und das passende Betriebsgerät ist die vollständige Typenbezeichnung bzw. das Datenblatt.
Wofür werden Metalldampflampen eingesetzt?
Metalldampflampen — vor allem die Keramik-Variante mit guter Farbwiedergabe — finden sich klassisch dort, wo Akzent- und Warenbeleuchtung mit gerichtetem Licht gefragt ist: in Schaufenstern und Verkaufsräumen, als Akzent- und Strahlerbeleuchtung sowie als Fluter für größere Flächen. Welche konkrete Lampe in einer bestehenden Leuchte sitzt und welche Lichtwirkung sie hat, hängt von Modell und Leuchte ab — die Eigenschaften entnehmen Sie der Herstellerangabe. Wie sich Abstrahlcharakteristik und Winkel auf die Lichtwirkung auswirken, erklärt der Ratgeber Ausstrahlungswinkel verstehen.
Auf LED umstellen: über das Betriebsgerät denken
Beim Wechsel auf LED ist die wichtigste Frage nicht „welche LED-Lampe sieht ähnlich aus?“, sondern was passiert mit dem Vorschaltgerät? Metalldampflampen werden über ein Betriebsgerät (konventionelles KVG oder elektronisches EVG) betrieben. Dafür gibt es zwei Wege:
Sicherheitshinweis: Metalldampflampen arbeiten an 230 V mit Betriebsgerät und hoher Zündspannung; der Brenner wird sehr heiß und gibt im Betrieb UV-Strahlung ab. Das Überbrücken oder der Ausbau eines Vorschaltgeräts ist Arbeit für eine Elektrofachkraft und keine Laien-Tätigkeit. Maßgeblich sind die Anlagengegebenheiten und das Datenblatt des LED-Ersatzes. Welche Betriebsgeräte es gibt und wie sie sich unterscheiden, erklärt der Ratgeber Vorschaltgerät: EVG, KVG & VVG.
Watt-Äquivalente, Lichtstrom und Farbwiedergabe eines LED-Ersatzes lassen sich nicht pauschal angeben — sie hängen vom konkreten Produkt ab und stehen laut Datenblatt. Vergleichen Sie deshalb immer die Herstellerwerte der alten Lampe mit denen des LED-Ersatzes, statt grobe Faustregeln anzuwenden. Begriffe rund um Entladungslampen und LED erklärt das Leuchtmittel-Wiki.
Häufige Fragen zu Metalldampflampen
Was ist eine Metalldampflampe?
Eine Metalldampflampe ist eine Hochdruck-Gasentladungslampe: In einem druckdichten Brenner verdampfen Metallsalze und erzeugen über einen Lichtbogen das Licht. Sie benötigt ein Vorschaltgerät und eine hohe Zündspannung und lässt sich nicht direkt an 230 V betreiben. Verbreitete Bezeichnungen sind HQI und CDM-T.
Was ist der Unterschied zwischen HQI und CDM-T?
HQI bezeichnet die Quarz-Metalldampflampe mit einem Quarzglas-Brenner (bei Osram die Reihe Powerstar). CDM-T bezeichnet die Keramik-Metalldampflampe mit einem Keramik-Brenner (bei Philips die Reihe MASTERColour, bei Osram HCI/Powerball). Welche Eigenschaften eine konkrete Lampe hat, steht laut Datenblatt.
Was bedeutet HQI bei einer Lampe?
HQI steht für eine Quarz-Metalldampflampe, also eine Hochdruck-Gasentladungslampe mit Quarzglas-Brenner. Eine häufige Bauform ist die zweiseitig gesockelte HQI-TS mit Sockel RX7s. HQI-Lampen brauchen ein Vorschaltgerät; ihre Leistung und Lichtfarbe stehen laut Herstellerangabe.
Kann man eine HQI- oder CDM-Lampe einfach durch LED ersetzen?
Nicht ohne Prüfung des Betriebsgeräts. Ein LED-Retrofit, der das vorhandene Vorschaltgerät weiternutzt, ist nur möglich, wenn der Hersteller die LED ausdrücklich dafür freigibt — das steht im Datenblatt. Andernfalls wird das Betriebsgerät überbrückt oder ausgebaut und ein direkter LED-Strahler eingesetzt. Solche Eingriffe gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
Wofür wird eine Metalldampflampe verwendet?
Metalldampflampen kommen klassisch in der Akzent- und Warenbeleuchtung zum Einsatz, etwa in Schaufenstern und Verkaufsräumen, als Strahler sowie als Fluter für größere Flächen. Die Keramik-Variante ist für ihre Farbwiedergabe bekannt. Welche Lichtwirkung eine konkrete Lampe hat, hängt von Modell und Leuchte ab und steht laut Herstellerangabe.
