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Lichtband & Hallenleuchten: LED-Hallenbeleuchtung planen

Lager, Werkstatt, Produktion: Wann ein Lichtband die bessere Wahl ist, wann eine Hallenleuchte, welche Optik zu Raumhöhe und Regalen passt und welche Angaben im Datenblatt die Planung bestimmen.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 6. Oktober 2026 Lesezeit ca. 9 Minuten

Kurz beantwortet

Für Hallen gibt es zwei Grundkonzepte: das Lichtband und die Hallenleuchte (High Bay). Ein Lichtband besteht aus einer durchgehenden Tragschiene mit Stromschiene und aufgesteckten LED-Einsätzen; es liefert gleichmäßiges Licht in Linien und passt zu Lager, Werkstatt, Produktion und Regalgängen. Eine Hallenleuchte ist ein kompakter, sehr heller Einzelstrahler, der von der Decke abgehängt wird — sinnvoll bei großen Raumhöhen und offenen Flächen. Bei beiden entscheiden die Optik (eng, breit, für Regale), der Lichtstrom, die Schutzart und bei vielen Leuchten auf einem Stromkreis die zulässige Anzahl je Leitungsschutzschalter.

Lager, Werkstätten, Produktionshallen, Supermärkte und Sporthallen haben eines gemeinsam: große Flächen, oft große Raumhöhen und Licht, das viele Stunden am Tag brennt. Hier lohnt der Umstieg auf LED besonders, und hier sind Planungsfehler besonders teuer — zu wenig Licht in den Regalgängen, Blendung an der Kommissionierung oder ein Stromkreis, der beim Einschalten auslöst. Dieser Ratgeber erklärt die beiden gängigen Konzepte und die Angaben, die Sie für Auswahl und Planung brauchen. Eine Lichtplanung für den konkreten Raum ersetzt er nicht.

Lichtband oder Hallenleuchte?

Lichtband für Licht in Linien mit tauschbaren Einsätzen, Hallenleuchte kompakt und einzeln abgehängt. Je höher die Montage, desto enger die Optik; im Lager 50–200 lx, im Versand 300 lx (ASR A3.4). Anschluss durch eine Elektrofachkraft. Animation mit Musik, rund 105 Sekunden.
Merkmal Lichtband Hallenleuchte (High Bay)
Lichtbild durchgehende Lichtlinien, sehr gleichmäßig einzelne helle Lichtpunkte
Typischer Einsatz Regalgänge, Werkstatt, Produktion, Verkaufsflächen hohe, offene Hallen, Lagerflächen, Sporthallen
Montage abgehängt oder an der Decke, als durchgehende Linie einzeln abgehängt oder an der Decke
Flexibilität Einsätze und Optiken später tauschbar Leuchte wird als Ganzes getauscht

In der Praxis gibt es keine feste Höhengrenze zwischen beiden Konzepten; entscheidend sind Raumhöhe, Regalanordnung und Sehaufgabe. Lichtbänder spielen ihre Stärke überall dort aus, wo Licht in Linien gebraucht wird — etwa entlang von Regalen oder über Werkbänken. Hallenleuchten sind im Vorteil, wenn große Flächen mit wenigen Aufhängepunkten ausgeleuchtet werden sollen.

So ist ein Lichtbandsystem aufgebaut

  • Tragschiene mit Stromschiene: das Rückgrat des Systems, in Modullängen montiert und zu langen Linien verbunden. Im Sortiment gibt es Stromschienen mit fünf Leitern und 2,5 mm² Querschnitt.
  • LED-Leuchteneinsatz (Geräteträger): wird in die Tragschiene eingesetzt und über die Stromschiene versorgt. Die Einsätze sind überwiegend 1,5 m lang, liefern je nach Ausführung rund 5.600 bis 12.100 Lumen und erreichen bis zu 175 lm/W.
  • Zubehör: Je nach System gehören Endkappen, Abdeckungen für Abschnitte ohne Licht, Abhängungen und Verbinder dazu.

Der Vorteil dieses Aufbaus: Die Schiene bleibt, die Einsätze sind austauschbar. Wird eine Fläche anders genutzt — aus einem Lager wird eine Werkstatt —, lässt sich die Optik wechseln, ohne die Installation neu zu machen. Welche Einsätze in welche Schiene passen, legt der Hersteller fest; die Komponenten eines Systems sollten nicht mit anderen Systemen gemischt werden.

Die richtige Optik: eng, breit, Regal

Die Optik des Einsatzes bestimmt, wohin das Licht fällt. Verbreitet sind:

  • Eng strahlend (etwa 25 bis 40°): für große Montagehöhen; das Licht wird gebündelt nach unten geführt.
  • Breit und sehr breit strahlend (etwa 90 bis 120°): für niedrigere Hallen und offene Flächen, damit die Lichtlinien gleichmäßig ineinander übergehen.
  • Regaloptik (zum Beispiel 2 × 35°): teilt das Licht auf die beiden Regalfronten auf, sodass auch die unteren Fächer und Etiketten ausgeleuchtet werden.
  • Wandfluter (etwa 45°): strahlt einseitig auf Wände oder Warenträger.

Als Grundregel gilt: Je höher die Montage, desto enger die Optik; je niedriger und offener die Fläche, desto breiter. Die genaue Kombination aus Abstand, Höhe und Optik ergibt sich aus der Lichtberechnung. Mehr zu Abstrahlwinkeln im Ratgeber Abstrahlwinkel bei LED.

Hallenleuchten (High Bay) im Überblick

Hallenleuchten sind kompakte, runde oder rechteckige Leuchten mit hohem Lichtstrom. Die Modelle im Sortiment decken grob 75 bis 200 W und rund 15.000 bis 35.000 Lumen ab. Worauf Sie achten sollten:

  • Abstrahlwinkel: etwa 60 bis 120°. Enge Winkel für große Höhen, breite für niedrigere Hallen.
  • Schutzart: meist IP65 oder IP66 — staubdicht und strahlwassergeschützt, also auch für staubige Umgebungen und die Reinigung geeignet.
  • Stoßfestigkeit: Viele Hallenleuchten im Sortiment erreichen IK10; das ist in Sporthallen und bei Staplerverkehr ein Argument.
  • Montage: abgehängt an Seil oder Kette, an Haken oder direkt an der Decke. Beachten Sie das Gewicht: je nach Modell rund 1 bis 5 kg.
  • Lebensdauer: Die Datenblätter nennen häufig 100.000 bis 120.000 Stunden (L70/B50).

Beleuchtungsstärke und Blendung

Wie hell eine Halle sein muss, richtet sich nach der Tätigkeit. In Deutschland nennt die Arbeitsstättenregel ASR A3.4 Mindestwerte je Tätigkeit, die DIN EN 12464-1 ähnliche Wartungswerte. Nach ASR A3.4 brauchen Lagerräume je nach Lagergut 50 lx (gleichartiges, großteiliges Lagergut), 100 lx (mit Suchaufgabe) oder 200 lx (mit Leseaufgaben), Versand- und Verpackungsbereiche 300 lx. Zum Vergleich: Ein Büroarbeitsplatz liegt bei 500 lx, feine Montagearbeiten noch darüber. Den Wert für Ihre Tätigkeit entnehmen Sie der ASR A3.4 oder der Lichtplanung. Wie Sie aus einem Lux-Wert den Lichtbedarf ableiten, zeigt der Ratgeber Wie viel Lumen pro qm?.

Auch die Blendung spielt eine Rolle. Für Lagerbereiche ist ein UGR-Richtwert von 25 üblich, für Arbeitsplätze mit feinen Sehaufgaben ein niedrigerer. Was der UGR-Wert bedeutet, erklärt der Ratgeber UGR19 einfach erklärt. In der Praxis wird die Hallenbeleuchtung mit Lichtplanungssoftware berechnet; die Hersteller stellen dafür Lichtverteilungsdaten bereit.

Zur Lichtfarbe: In Hallen dominieren neutralweiß um 4000 K und tageslichtweiß um 5700 bis 6500 K. Neutralweiß wirkt etwas angenehmer, tageslichtweiß wird häufig in Produktion und Lager eingesetzt.

Diese Angaben braucht die Lichtplanung

Ob Lichtband oder Hallenleuchte: Eine belastbare Planung beginnt mit den Daten der Halle. Sammeln Sie vor der Anfrage:

  • Maße: Länge, Breite, lichte Höhe und mögliche Montagehöhe; dazu Träger, Kranbahnen und Oberlichter.
  • Nutzung je Zone: Lager, Kommissionierung, Versand, Montage, Verkehrswege. Daraus ergibt sich die Beleuchtungsstärke nach ASR A3.4.
  • Regale: Höhe, Gangbreite und Ausrichtung zu den geplanten Lichtlinien.
  • Umgebung: Staub, Feuchte, Temperatur, Staplerverkehr, Reinigung.
  • Betrieb: Betriebsstunden pro Jahr, gewünschte Steuerung (Präsenz, Tageslicht, DALI) und Notlicht.
  • Bestand: vorhandene Stromkreise, Tragschienen und Aufhängepunkte.

Für eine erste Schätzung der Leuchtenzahl reicht das Wirkungsgradverfahren: benötigter Lichtstrom = Beleuchtungsstärke × Fläche ÷ (Raumwirkungsgrad × Wartungsfaktor). Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Ein Lager mit 20 × 30 m und Leseaufgaben braucht nach ASR A3.4 200 lx. Bei einem angenommenen Raumwirkungsgrad von 0,5 und einem Wartungsfaktor von 0,8 ergeben sich 200 × 600 ÷ 0,4, also 300.000 lm; das sind etwa 15 Hallenleuchten mit je 20.000 lm. Wie gleichmäßig das Licht zwischen den Regalen ankommt, zeigt erst die Lichtberechnung mit den Daten des Herstellers.

Schutzart, Stoß, Temperatur, Staub

  • Schutzart: Lichtbandeinsätze sind meist IP20 oder IP40 und damit für trockene Hallen gedacht. Für feuchte, nasse oder stark verschmutzte Bereiche sind Feuchtraumleuchten oder Hallenleuchten mit IP65/IP66 die bessere Wahl — siehe Feuchtraumleuchten & Wannenleuchten.
  • Temperatur: Die Datenblätter nennen einen Umgebungstemperaturbereich, bei vielen Hallenleuchten etwa −20 oder −30 bis +50 °C. Für Kühlhallen und sehr warme Hallen ist diese Angabe entscheidend.
  • Staub und Brandschutz: In Betriebsstätten mit brennbarem Staub oder Fasern können Leuchten mit begrenzter Oberflächentemperatur gefordert sein. Ob eine Leuchte das erfüllt, steht im Datenblatt unter „D-Zeichen“; welche Anforderungen in Ihrer Halle gelten, klärt die Elektrofachplanung.

Was IP- und IK-Angaben im Einzelnen bedeuten, steht im Ratgeber IP-Schutzart & Schutzklasse.

Stromkreis, Steuerung und Notlicht

  • Anzahl je Leitungsschutzschalter: LED-Treiber haben einen hohen Einschaltstrom. Die Datenblätter nennen deshalb, wie viele Leuchten höchstens an einem Leitungsschutzschalter betrieben werden dürfen — bei den Lichtbandeinsätzen im Sortiment etwa 8 bis 22 an einem B16, bei Hallenleuchten teils nur 5. Diese Zahl gehört in die Planung der Stromkreise.
  • Dimmen und Steuerung: Viele Einsätze und Hallenleuchten gibt es mit DALI; einige Hallenleuchten mit 1–10 V. In Kombination mit Präsenzmeldern und Tageslichtsteuerung lässt sich der Verbrauch weiter senken, weil nur dort Licht brennt, wo gearbeitet wird.
  • Notlicht: Für die Sicherheitsbeleuchtung gibt es Lichtbandeinsätze mit Notlichteinheit (Batterie im Einsatz) und Leuchten mit Treibern, die für den Betrieb an einer Zentralbatterie ausgelegt sind. Planung und Prüfung der Sicherheitsbeleuchtung sind Aufgabe einer Fachplanung.
  • Installation: Die Leuchten sind Schutzklasse I und werden fest angeschlossen. Montage und Anschluss gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Umstieg von Leuchtstoff und Entladungslampe

Viele bestehende Hallen sind noch mit Leuchtstoffröhren-Lichtbändern oder mit Entladungslampen in Hallenstrahlern ausgestattet. Für beide gibt es eigene Ratgeber:

Ob sich ein Leuchtmitteltausch in der vorhandenen Leuchte lohnt oder ein Komplettersatz durch Lichtband oder Hallenleuchte, hängt vom Zustand der Anlage ab. Bei alten Leuchten mit vergilbten Reflektoren und Vorschaltgeräten, die ohnehin überbrückt oder ersetzt werden müssten, ist der Komplettersatz meist die sauberere Lösung.

Ob eine vorhandene Lichtband-Tragschiene weiter genutzt werden kann, entscheidet der Hersteller der neuen Einsätze: Er muss die Schiene ausdrücklich für seine Einsätze freigeben. Schienen verschiedener Systeme sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber in Profil, Stromschiene und Verriegelung. Fehlt diese Freigabe, wird die Schiene mit ersetzt.

Rechnet sich die Umrüstung?

Die jährliche Ersparnis lässt sich mit wenigen Werten abschätzen: (Leistung alt − Leistung neu) × Betriebsstunden × Strompreis. Es zählt die Anschlussleistung einschließlich Vorschaltgeräten, nicht die Lampenleistung. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten:

Annahme Wert
Anschlussleistung alte Anlage 8,0 kW
Anschlussleistung neue LED-Anlage 3,0 kW
Betriebsstunden pro Jahr 3.000 h
Strompreis 0,25 €/kWh
Ersparnis pro Jahr 5,0 kW × 3.000 h × 0,25 €/kWh = 3.750 €

Stellt man dem die Kosten für Leuchten, Montage und Entsorgung gegenüber, ergibt sich die Amortisationszeit: Bei 15.000 € Gesamtkosten wären es in diesem Beispiel vier Jahre. Präsenz- und Tageslichtsteuerung senken die Betriebsstunden weiter, der geringere Wartungsaufwand kommt hinzu. Die Zahlen sind ein Beispiel; setzen Sie Ihre eigenen Leistungen, Betriebszeiten und Ihren Strompreis ein.

Häufige Fragen zu Lichtband und Hallenleuchten

Was ist ein Lichtbandsystem?

Ein System aus durchgehender Tragschiene mit integrierter Stromschiene und aufgesteckten LED-Einsätzen. Es bildet lange Lichtlinien und lässt sich über verschiedene Einsätze und Optiken an Lager, Werkstatt oder Verkaufsfläche anpassen.

Lichtband oder Hallenleuchte — was ist besser?

Das hängt von Raumhöhe, Regalanordnung und Tätigkeit ab. Lichtbänder liefern gleichmäßige Linien, etwa für Regalgänge und Arbeitsplätze. Hallenleuchten sind kompakte, sehr helle Einzelleuchten für hohe, offene Flächen. Die Lichtplanung zeigt, welches Konzept für Ihre Halle passt.

Wie viel Licht braucht eine Lagerhalle?

Das hängt vom Lagergut ab. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.4 nennt für Lagerräume 50 bis 200 lx, für Versand- und Verpackungsbereiche 300 lx; ein Büroarbeitsplatz liegt zum Vergleich bei 500 lx. Den genauen Wert für Ihre Halle legt die Lichtplanung fest.

Welche Schutzart brauchen Hallenleuchten?

Für trockene, saubere Hallen genügt oft IP20 bis IP40, wie bei vielen Lichtbandeinsätzen. In staubigen, feuchten oder mit Wasser gereinigten Hallen sind IP65 oder IP66 sinnvoll, wie bei den meisten Hallenleuchten im Shop.

Wie viele LED-Hallenleuchten darf ich an einen Stromkreis anschließen?

So viele, wie das Datenblatt je Leitungsschutzschalter angibt. Wegen des hohen Einschaltstroms der LED-Treiber sind das bei Hallenleuchten mit hoher Leistung teils nur wenige Stück je B16-Automat.

Kann ich bei einem Lichtband später die Optik wechseln?

Ja, das ist ein Vorteil des Systems: Die Tragschiene bleibt, die LED-Einsätze lassen sich gegen andere Optiken desselben Systems tauschen, etwa von breit strahlend auf Regaloptik.

Wie viele Hallenleuchten brauche ich?

Als erste Schätzung: Beleuchtungsstärke × Fläche ÷ (Raumwirkungsgrad × Wartungsfaktor). Für ein Lager mit 600 m² und 200 lx ergeben sich mit angenommenen Werten von 0,5 und 0,8 rund 300.000 lm, also etwa 15 Leuchten mit je 20.000 lm. Die genaue Zahl und Anordnung liefert die Lichtberechnung.

Kann ich die vorhandene Lichtband-Tragschiene weiterverwenden?

Nur wenn der Hersteller der neuen Einsätze die Schiene ausdrücklich freigibt. Systeme verschiedener Hersteller unterscheiden sich in Profil, Stromschiene und Verriegelung; ohne Freigabe wird die Schiene mit ersetzt.

Wann rechnet sich die Umstellung der Hallenbeleuchtung auf LED?

Die Ersparnis pro Jahr ist (Leistung alt − Leistung neu) × Betriebsstunden × Strompreis. Teilt man die Gesamtkosten der Umrüstung durch diese Ersparnis, ergibt sich die Amortisationszeit. Lange Betriebszeiten und alte Anlagen mit hoher Anschlussleistung verkürzen sie.