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Unterbauleuchten & Lichtleisten: richtig auswählen

Licht genau dort, wo gearbeitet wird: Welche Länge, welcher Anschluss und welche Bedienung zur Küchenzeile passen — und wann statt einer Unterbauleuchte eine Lichtleiste die bessere Wahl ist.

Geprüft von der Leuchtmittelmarkt Fachredaktion Aktualisiert am 8. Oktober 2026 Lesezeit ca. 8 Minuten

Kurz beantwortet

Eine Unterbauleuchte wählen Sie nach Schrankbreite, Anschluss und Bedienung. Die Länge sollte etwas kürzer sein als der Oberschrank — im Sortiment gibt es gängige Längen von rund 30 bis 150 cm. Beim Anschluss gibt es zwei Wege: mit Eurostecker für die Steckdose oder zum Festanschluss durch die Elektrofachkraft. Bedient wird per Schalter an der Leuchte, per berührungslosem Sensor, per Dimmer oder per App. Für die Arbeitsfläche ist warmweißes Licht um 3000 K verbreitet, neutralweiß um 4000 K wirkt heller und sachlicher. Eine Lichtleiste ist dagegen eine schlichte, lineare Leuchte für Keller, Garage, Werkstatt oder Büro.

Wer in der Küche schneidet, liest ein Rezept oder spült, steht meist mit dem Rücken zur Deckenleuchte — und damit im eigenen Schatten. Genau dafür gibt es Unterbauleuchten: Sie sitzen unter dem Oberschrank und leuchten die Arbeitsfläche direkt aus. Auch im Bad, im Regal, an der Werkbank oder im Büro werden sie eingesetzt. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei Länge, Anschluss und Bedienung ankommt, und grenzt die Unterbauleuchte von der klassischen Lichtleiste ab.

Wozu eine Unterbauleuchte?

Eine Unterbauleuchte liefert Arbeitslicht dort, wo es gebraucht wird: auf der Fläche direkt unter dem Schrank. Sie ergänzt das Grundlicht von der Decke, ersetzt es aber nicht. Weil sie nah an der Fläche sitzt, reicht eine vergleichsweise geringe Leistung; üblich sind rund 4 bis 10 W.

Die meisten Modelle sind flach gebaut und verschwinden fast vollständig unter dem Schrankboden. Neben einzelnen Leuchten gibt es Doppelpacks und Sets, die sich untereinander verbinden lassen.

Nachrüsten: Welche Lösung passt zu Ihrer Küche?

Welche Unterbauleuchte in Frage kommt, entscheidet vor allem der Strom unter dem Oberschrank. Vier Ausgangslagen kommen in Küchen häufig vor:

Ausgangslage Passende Lösung Worauf achten
Steckdose über der Arbeitsfläche Unterbauleuchte mit Eurostecker Kabelweg zur Steckdose; die Steckdose bleibt belegt
Leitungsauslass am oder im Oberschrank Leuchte mit Schraubklemme für den Festanschluss Anschluss durch eine Elektrofachkraft
Alte Leuchtstoff-Unterbauleuchte LED-Unterbauleuchte in passender Länge oder Set aus Leuchte und LED-Röhre vorhandene Zuleitung prüfen und weiter nutzen lassen
Kein Stromanschluss in der Nähe Leuchte mit Akku, Batterien oder USB-Versorgung deutlich weniger Licht als eine Netzleuchte

Die Leuchten ohne Netzanschluss im Sortiment sind 20 bis 60 cm lang, meist mit Bewegungssensor, und liefern rund 50 bis 270 Lumen. Das reicht für Schrankinneres, Regal oder Abstellraum. Als Arbeitslicht über der Arbeitsplatte sind sie zu schwach; eine netzbetriebene 30-cm-Leuchte liefert ein Vielfaches.

Länge und Position

Die Leuchte etwas kürzer als den Oberschrank wählen und vorn an der Schrankkante montieren. Stecker selbst einstecken, Festanschluss durch eine Elektrofachkraft; mehrere Leuchten nur im selben System. Animation mit Musik, rund 100 Sekunden. Video einzeln ansehen

Die passende Länge richtet sich nach dem Oberschrank. Im Sortiment sind unter anderem Längen um 30, 35, 50, 55 und 60 cm sowie 120 und 150 cm vertreten. Die Leuchte sollte so lang sein, dass sie den Bereich unter dem Schrank gleichmäßig ausleuchtet, aber etwas Platz für Befestigung und Kabel lässt.

  • Vorn statt hinten montieren: Eine Leuchte nahe der Schrankvorderkante leuchtet die Arbeitsfläche besser aus als eine an der Wand. Eine abgeschirmte Lichtaustrittsfläche verhindert, dass Sie im Sitzen oder Stehen direkt in die LED blicken.
  • Mehrere Schränke: Über eine längere Küchenzeile werden meist mehrere Leuchten nebeneinander montiert. Achten Sie darauf, ob sie sich verbinden und gemeinsam schalten lassen.
  • Kabelweg planen: Das Anschlusskabel ist häufig 1,5 m lang. Klären Sie vorab, wo Steckdose oder Anschluss liegen.

Stecker oder Festanschluss

Der Anschluss ist die wichtigste praktische Frage. Die Datenblätter nennen die Anschlussart:

  • Stecker (Eurostecker, Typ C): Die Leuchte wird einfach in die Steckdose gesteckt. Das ist bei vielen Unterbauleuchten der Fall und macht die Nachrüstung ohne Elektroarbeiten möglich — vorausgesetzt, eine Steckdose liegt in Reichweite.
  • Schraubklemme (Festanschluss): Die Leuchte wird fest an eine Leitung angeschlossen, etwa an einen vorbereiteten Auslass über dem Schrank. Das ist Arbeit für eine Elektrofachkraft, sieht dafür aber aufgeräumter aus.
  • Verbinder: Bei Systemen mit mehreren Leuchten werden die Einzelleuchten über Verbindungskabel gekoppelt, eine Leuchte hängt am Netz.

Schalter, Sensor, Dimmer oder App

  • Schalter an der Leuchte: die einfachste Lösung, oft als kleiner Kippschalter am Gehäuse.
  • Berührungsloser Sensor: Einige Unterbauleuchten schalten per Handbewegung; der Erfassungsbereich liegt laut Datenblatt bei wenigen Zentimetern, zum Beispiel 5 bis 7 cm. Praktisch, wenn die Hände nass oder voller Teig sind.
  • Bewegungsmelder: Modelle mit Passiv-Infrarot schalten bei Annäherung ein — eher für Schränke, Flure oder Abstellräume als für die Küchenzeile.
  • Dimmbar: Etwa die Hälfte der Unterbauleuchten ist dimmbar, teils per Taster an der Leuchte.
  • Smart Home: Unterbauleuchten mit Zigbee oder WiFi lassen sich per App oder Sprachsteuerung bedienen, einige auch in der Lichtfarbe verstellen. Tipps dazu gibt der Ratgeber Smart-Home-Lampen kaufen.

Helligkeit und Lichtfarbe

Eine 30-cm-Unterbauleuchte liefert rund 250 bis 450 Lumen, eine 50- bis 60-cm-Leuchte um 470 bis 800 Lumen. Weil der Abstand zur Arbeitsfläche gering ist, reicht das für Schneiden und Lesen in der Regel aus. Für eine Orientierung, wie viel Licht an Arbeitsflächen üblich ist, hilft der Ratgeber Wie viel Lumen pro qm?.

Bei der Lichtfarbe überwiegt warmweiß um 3000 K; es passt zur Wohnküche und harmoniert mit warmem Deckenlicht. Neutralweiß um 4000 K wirkt heller und sachlicher, etwa in Arbeitsküchen oder Werkräumen. Einige Modelle lassen sich zwischen mehreren Lichtfarben umschalten. Wichtig ist, dass Unterbau- und Deckenlicht zueinander passen; stark unterschiedliche Lichtfarben in einem Raum wirken unruhig. Mehr dazu im Ratgeber Lichtfarben erklärt.

Besonderheiten in der Küche

Die Unterbauleuchten im Sortiment sind mit IP20 für trockene Innenräume ausgelegt. Unter dem Oberschrank ist das der übliche Einsatzort. Direkt über Spüle oder Kochfeld, wo Spritzwasser und Dampf auftreten, prüfen Sie im Datenblatt, ob der Hersteller die Leuchte für diese Position vorsieht.

Achten Sie außerdem auf eine leicht zu reinigende, geschlossene Abdeckung, denn in der Küche setzt sich Fett ab. Bei Leuchten, die direkt über der Arbeitsfläche sitzen, ist eine gute Farbwiedergabe angenehm: Lebensmittel wirken dann natürlicher. Was der Farbwiedergabeindex aussagt, erklärt der Ratgeber Farbwiedergabeindex erklärt.

Mess- und Einkaufsliste

Mit diesen Schritten kommen Sie vom Oberschrank zur vollständigen Bestellung:

  1. Nutzbare Länge messen: unter jedem Oberschrank die freie Breite zwischen den Seitenwänden, nicht die Breite der Front. Die Leuchte sollte etwas kürzer sein.
  2. Position festlegen: möglichst nah an der Schrankvorderkante. Hat der Schrank unten keine Blende, sieht man die Leuchte im Sitzen; eine flache Bauform oder eine Blendleiste hilft.
  3. Strom klären: Steckdose, Auslass oder Akku (siehe Tabelle oben) und den Kabelweg über oder hinter den Schränken.
  4. Einzeln oder als System: Sollen mehrere Leuchten gemeinsam schalten, wählen Sie ein verbindbares System. Es gibt Basisleuchten mit Netzanschluss, an die Erweiterungen desselben Herstellers angesteckt werden, etwa bei smarten Unterbauleuchten mit Zigbee oder WiFi, und 24-V-Sets, bei denen mehrere kleine Leuchten an einem gemeinsamen Netzteil hängen. Wie viele Leuchten sich verbinden lassen, steht in der Anleitung; die Summe der Leuchtenleistungen darf die Leistung des Netzteils nicht übersteigen.
  5. Lieferumfang prüfen: Verbindungskabel, Befestigungsclips, Schalter und Netzteil sind je nach Modell dabei oder nicht. Das Datenblatt oder die Anleitung nennt den Lieferumfang.
  6. Bedienung und Lichtfarbe: Sensor, Schalter oder App wählen und die Lichtfarbe an das Deckenlicht angleichen.

Alte Leuchtstoff-Unterbauleuchte ersetzen

Viele ältere Küchen haben Unterbauleuchten mit Leuchtstoffröhre. Die gängigen T5- und T8-Leuchtstoffröhren dürfen in der EU seit dem 24. August 2023 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden (Delegierte Richtlinie (EU) 2022/284); erhältlich sind nur noch Restbestände. Wer eine alte Unterbauleuchte modernisieren will, hat zwei Möglichkeiten:

  • Ganze Leuchte ersetzen: eine LED-Unterbauleuchte in passender Länge statt der alten Leuchte. Das ist meist die einfachste und sauberste Lösung.
  • Nur die Röhre tauschen: Für manche Leuchten gibt es LED-Röhren als direkten Ersatz. Ob das geht, hängt von Röhrentyp, Länge und Vorschaltgerät der Leuchte ab. Wie Sie das prüfen, erklären die Ratgeber Leuchtstoffröhre durch LED-Röhre ersetzen und Starter & Dummy-Starter.

Im Sortiment gibt es außerdem Unterbauleuchten als Set aus Leuchte und LED-Röhre, etwa in 62,5 und 152,5 cm Länge. Die alte Röhre gehört nicht in den Hausmüll; wie sie richtig entsorgt wird, steht im Ratgeber Leuchtmittel richtig entsorgen.

Lichtleisten für Keller, Werkstatt und Büro

Eine Lichtleiste ist eine einfache, lineare Leuchte, die an Decke oder Wand montiert wird. Sie ersetzt die frühere Leuchtstoffröhre im offenen Balken. Lichtleisten gibt es in Längen von rund 30 cm bis 150 cm; eine 120-cm-Leiste liefert je nach Modell etwa 2.000 bis 2.600 Lumen, Büroleisten auch mehr. Einsatzorte sind Keller, Garage, Werkstatt, Abstellraum und — in entblendeter Ausführung — das Büro.

  • Einfache Lichtleisten: für Nebenräume; meist IP20, einige Modelle mit IP44 für feuchtere Bereiche. In echten Feuchträumen ist eine Feuchtraumleuchte die bessere Wahl — siehe Feuchtraumleuchten & Wannenleuchten.
  • Büro-Lichtleisten: mit Blendungsangabe, zum Beispiel UGR ≤ 22 oder ≤ 25 bei einfachen Modellen und UGR < 19 bei entblendeten Varianten für Bildschirmarbeit. Einige Systeme lassen sich über Eck- und T-Verbinder zu Linien verbinden.
  • Mit Sensor: Kurze Lichtleisten mit Bewegungsmelder eignen sich für Abstellräume und Keller.

Für große Hallen und Lager, in denen Lichtlinien über viele Meter laufen, sind Lichtbandsysteme gedacht. Dazu gibt es den Ratgeber Lichtband und Hallenleuchten wählen.

Häufige Fragen zu Unterbauleuchten und Lichtleisten

Welche Länge braucht eine Unterbauleuchte?

Etwas kürzer als der Oberschrank, damit Befestigung und Kabel Platz haben. Gängig sind Längen um 30, 50 und 60 cm; für lange Küchenzeilen werden mehrere Leuchten nebeneinander montiert.

Kann ich eine Unterbauleuchte ohne Elektriker anschließen?

Ja, wenn sie einen Stecker hat und eine Steckdose in Reichweite liegt. Leuchten mit Schraubklemme für den Festanschluss gehören dagegen in die Hände einer Elektrofachkraft.

Welche Lichtfarbe ist für die Küche am besten?

Warmweiß um 3000 K passt zur Wohnküche und zu warmem Deckenlicht. Neutralweiß um 4000 K wirkt heller und sachlicher. Wichtig ist, dass Unterbau- und Deckenlicht zueinander passen.

Was ist der Unterschied zwischen Unterbauleuchte und Lichtleiste?

Eine Unterbauleuchte ist für die Montage unter Schränken gebaut und beleuchtet eine Arbeitsfläche aus kurzer Entfernung. Eine Lichtleiste ist eine lineare Decken- oder Wandleuchte für Räume wie Keller, Garage, Werkstatt oder Büro.

Wie wechsle ich die Leuchtstoffröhre in der Küchen-Unterbauleuchte?

Entweder Sie ersetzen die Röhre durch eine passende LED-Röhre, sofern Röhrentyp, Länge und Vorschaltgerät das zulassen, oder Sie tauschen die ganze Leuchte gegen eine LED-Unterbauleuchte. Die Ratgeber zum Ersatz von Leuchtstoffröhren zeigen, wie Sie das prüfen.

Sind Unterbauleuchten dimmbar?

Etwa die Hälfte der Modelle bei uns. Gedimmt wird je nach Leuchte per Taster, per Sensor oder per App. Die Dimmart steht im Datenblatt.

Kann man mehrere Unterbauleuchten miteinander verbinden?

Ja, innerhalb eines Systems: Erweiterungsleuchten werden an eine Basisleuchte desselben Herstellers angeschlossen, oder mehrere 24-V-Leuchten hängen an einem gemeinsamen Netzteil. Leuchten verschiedener Hersteller lassen sich in der Regel nicht koppeln. Die zulässige Anzahl nennt die Anleitung.

Gibt es Unterbauleuchten ohne Steckdose?

Ja, mit Akku, Batterien oder USB-Versorgung. Im Sortiment liefern sie rund 50 bis 270 Lumen und eignen sich für Schrank, Regal oder Abstellraum. Als Arbeitslicht über der Arbeitsplatte ist eine Leuchte mit Netzanschluss die bessere Wahl.