Leitungsschutzschalter S200 & S200M · Charakteristik B, C, K · FI-Schutzschalter F204 · Phasenschienen PS3 · Hilfsschalter S2C

ABB

ABB Leitungsschutzschalter – im Handwerk auch Sicherungsautomat, LS-Schalter oder kurz Automat genannt – aus den Reihen S200 (6 kA) und S200M (10 kA): 1-polig als S201 und S201M, 2-polig als S202 und 3-polig als S203 und S203M, mit Charakteristik B, C oder K und Bemessungsströmen von 1 bis 63 A. Ergänzt wird das Programm durch die FI-Schutzschalter F204 Typ A mit 30 mA sowie selektiv mit 300 mA, die Phasenschienen PS3 und den Hilfsschalter S2C. Elektrofachbetriebe, Facility Management, Hausverwaltungen, Industrie, Hotellerie und Gastronomie bestücken damit Unterverteilungen für Hallenbeleuchtung, Maschinen und Großküche – und dieselbe Profi-Qualität sichert zu Hause Elektroherd, Durchlauferhitzer und Wallbox in der Garage ebenso ab wie die Licht- und Steckdosenkreise in Wohnzimmer, Küche, Badezimmer, Keller und Hobbyraum. Auswahl und Einbau übernimmt die Elektrofachkraft.

S200 · S200M1-, 2- & 3-polig mit 6 kA oder 10 kA Schaltvermögen
B · C · KAuslösecharakteristik für Licht, Steckdose & Motor
1–63 AVom Steuerkreis bis zur Drehstrom-Zuleitung
F204 Typ AFI 30 mA & 300 mA selektiv, plus Phasenschienen

ABB S203-B16

ABB

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ABB Phasenschiene PS3/60

ABB

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  • Zwei Reihen, ein Raster: Die Reihe S200 schaltet Kurzschlussströme bis 6 kA, die Reihe S200M bis 10 kA. Beide belegen je Pol eine Teilungseinheit von 17,5 mm auf der Tragschiene TH35, sind nach IP20 geschützt, haben Schraubklemmen, gehören zur Energiebegrenzungsklasse 3 und sind laut ABB für 20.000 elektrische Schaltspiele ausgelegt.
  • Charakteristik nach Last: B löst im Kurzschlussfall ab dem 3- bis 5-fachen Nennstrom unverzögert aus und ist Standard für Licht- und Steckdosenkreise. C (5- bis 10-fach) verkraftet die hohen Einschaltströme vieler LED-Treiber, Motoren und Werkstattmaschinen. K schützt Motoren und Transformatoren mit besonders feinfühligem Überlastschutz.
  • Polzahl nach Stromkreis: S201 und S201M sichern einen Wechselstromkreis, der S202 zwei Leiter gemeinsam, S203 und S203M einen Drehstromverbraucher wie Elektroherd, Durchlauferhitzer, Wallbox oder Maschine – bei einem Fehler schalten alle drei Außenleiter gemeinsam ab.
  • Breite Stromstaffel: 1, 2, 4 und 6 A für Steuer- und Signalkreise, 10 bis 20 A für Licht und Steckdosen, 25 bis 63 A für Drehstromgeräte, Unterverteilungen und Hallenzuleitungen – vom Schaltschrank in der Produktion bis zum Sicherungskasten im Einfamilienhaus.
  • Personenschutz und Verdrahtung aus einer Hand: FI-Schutzschalter F204 A-40/0.03 (40 A, 30 mA, Typ A) für Endstromkreise, F204 A S-40/0.3 als selektiver 300-mA-Gruppenschutz, Phasenschienen PS3/60 und PS3/12FI für die saubere Einspeisung und der Hilfsschalter S2C-H6-02R für die Meldung der Schaltstellung.
  • Profi-Schutz für Objekt und Zuhause: Ob Lichtband in Lager und Logistik, Kombidämpfer in der Hotelküche, Praxis, Büro oder Werkstatt – oder Küche, Badezimmer, Garage mit Wallbox, Keller und Hobbyraum daheim: Dieselben ABB-Geräte übernehmen Überlast-, Kurzschluss- und Fehlerstromschutz, geplant, installiert und geprüft von der Elektrofachkraft.

1. Charakteristik wählen: B, C oder K?

Die Charakteristik legt fest, ab welchem Vielfachen des Nennstroms der Schalter ohne Verzögerung abschaltet. B ist die Standardwahl für Licht- und Steckdosenkreise in Wohnung, Büro, Praxis und Hotelzimmer und erfüllt die vorgeschriebene Abschaltzeit auch bei langen Leitungen am leichtesten. C nimmt die Elektrofachkraft, wenn hohe Einschaltströme einen B-Automaten fälschlich auslösen würden – etwa bei vielen LED-Leuchten mit elektronischem Treiber, Kompressoren oder Werkstattmaschinen. K ist für Motoren, Pumpen und Transformatoren ausgelegt.

Alle Leitungsschutzschalter

2. Bemessungsstrom und Polzahl an Leitung und Verbraucher anpassen

Der Nennstrom richtet sich nach der Strombelastbarkeit der Leitung, nicht nach dem Verbraucher allein: Er darf die zulässige Belastung von Querschnitt und Verlegeart nie überschreiten. Klassisch sind B16 für 1,5 mm² Kupfer bei üblicher Verlegung, B13 für 1,5 mm² in wärmegedämmten Wänden und bis 20 A für 2,5 mm². Drehstromgeräte wie Elektroherd, Durchlauferhitzer, Wallbox oder Maschine bekommen einen 3-poligen S203, ein einzelner Licht- oder Steckdosenkreis einen 1-poligen S201.

Zur Elektroinstallation

3. LED-Beleuchtung absichern – Einschaltstrom und Leuchtenzahl je Automat

LED-Treiber ziehen beim Einschalten für Sekundenbruchteile einen Spitzenstrom, der ein Vielfaches des Betriebsstroms beträgt. Hängen zu viele Leuchten an einem Kreis, löst der Automat beim Einschalten aus, obwohl die Dauerlast unkritisch ist. Die Datenblätter von Lichtbändern, Hallen- und Panelleuchten nennen deshalb die maximale Stückzahl je B16 oder C16 – diese Zahl gehört in die Planung der Stromkreise für Halle, Lager, Markt und Büro.

Ratgeber: Lichtband & Hallenleuchten wählen

4. Verteiler komplettieren: FI-Schutz, Phasenschiene und Reihenklemmen

Ein Leitungsschutzschalter schützt die Leitung, aber nicht den Menschen vor kleinen Fehlerströmen. Steckdosenkreise bis 32 A, Badezimmer und Außenbereiche brauchen deshalb zusätzlich einen FI-Schutzschalter mit 30 mA, etwa den F204 A-40/0.03. Mit einer Phasenschiene speisen Sie FI und nachgeschaltete Automaten sauber und berührungsgeschützt ein, Reihenklemmen auf der Tragschiene ordnen die abgehenden Leitungen.

Ratgeber: WAGO-Reihenklemmen TOPJOB S

ABB S200 und S200M: Aufbau, Typenschlüssel und Schaltvermögen 6 kA oder 10 kA

Die ABB-Leitungsschutzschalter in dieser Kategorie gehören zu den Reihen S200 und S200M, die in Zählerschränken, Unterverteilungen und Schaltschränken weit verbreitet sind. Der Typenschlüssel ist leicht zu lesen: Die letzte Ziffer nach S20 nennt die Polzahl – S201 ist 1-polig, S202 2-polig, S203 3-polig.

ABB-Typenschlüssel S200 / S200M lesen
CodeBedeutungPraxis
M10 kA statt 6 kA BemessungsschaltvermögenLeistungsstärkere Reihe, z. B. S201M oder S203M
S203-B163-polig, Charakteristik B, 16 AHinter dem Bindestrich folgen Charakteristik und Nennstrom
S201-C101-polig, Charakteristik C, 10 AGleiches Schema für alle Typen der Reihe
TE17,5 mm je PolMontage auf der Tragschiene TH35

Der Einbau ist in beliebiger Lage möglich, die Geräte arbeiten laut ABB bei Umgebungstemperaturen von -25 bis +55 °C, sind nach IP20 fingersicher, haben Schraubklemmen und erfüllen die Energiebegrenzungsklasse 3. Das Schaltvermögen gibt an, welchen Kurzschlussstrom der Schalter noch sicher abschalten kann.

In Wohngebäuden und kleineren Gewerbeobjekten genügen meist 6 kA – die Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber verlangen für Stromkreisverteiler in der Regel genau diesen Mindestwert samt Energiebegrenzungsklasse 3. 10 kA wählt die Elektrofachkraft dort, wo nahe am Trafo, an der Hauptverteilung oder in Industrie und Gewerbe höhere Kurzschlussströme zu erwarten sind.

Charakteristik B, C und K: So löst ein Leitungsschutzschalter aus

Jeder Leitungsschutzschalter arbeitet mit zwei Auslösern. Der thermische Auslöser, ein Bimetall, reagiert verzögert auf Überlast: Bei den Charakteristiken B und C darf der Schalter nach DIN EN 60898-1 mit dem 1,13-fachen Nennstrom eine Stunde lang nicht auslösen, beim 1,45-fachen muss er innerhalb einer Stunde abschalten.

Der elektromagnetische Auslöser trennt bei Kurzschluss praktisch sofort – und genau hier unterscheiden sich die Charakteristiken.

Charakteristik B

3–5 × In

B löst ab dem 3- bis 5-fachen Nennstrom aus – der Standard für Endstromkreise.

Charakteristik C

5–10 × In

C löst ab dem 5- bis 10-fachen Nennstrom aus.

Charakteristik K

8–14 × In

K ist nach DIN EN 60947-2 spezifiziert, schaltet im Kurzschlussfall erst bei etwa 8- bis 14-fachem Nennstrom ab und hat einen engeren Überlastbereich mit Prüfströmen von 1,05 und 1,2 × In – ideal für Motoren, Pumpen und Trafos mit hohen Anlaufströmen, die im Dauerbetrieb eng überwacht werden sollen.

Abschaltbedingung

0,4 s im TN-System

Warum B trotzdem der Standard ist: Ein Endstromkreis bis 32 A muss bei Körperschluss innerhalb von 0,4 s abschalten. Ein B16 braucht dafür sicher mindestens 80 A Fehlerstrom (Schleifenimpedanz höchstens rund 2,9 Ω), ein C16 verlangt 160 A und damit höchstens rund 1,4 Ω.

Bei langen Leitungen in Halle, Hof oder Nebengebäude wird das schnell knapp. Deshalb misst die Elektrofachkraft die Schleifenimpedanz nach dem Einbau.

Bemessungsstrom richtig wählen: Querschnitt, Verlegeart und typische Absicherungen

Ein Leitungsschutzschalter schützt in erster Linie die Leitung vor Überhitzung. Sein Nennstrom darf deshalb die Strombelastbarkeit des Kabels nie überschreiten, die nach DIN VDE 0298-4 von Querschnitt, Verlegeart, Häufung und Umgebungstemperatur abhängt. Typische Zuordnungen aus der Praxis, die im Einzelfall immer die Elektrofachkraft festlegt:

  • 1,5 mm² Kupfer: B16 bei Verlegung auf oder im Putz, B13 bei Verlegung in wärmegedämmten Wänden oder bei starker Häufung – typisch für Lichtkreise in Wohnzimmer, Schlafzimmer, Hotelzimmer und Büro.
  • 2,5 mm² Kupfer: bis 20 A, häufig für Steckdosenkreise in Küche, Werkstatt und Hobbyraum oder für einzelne leistungsstarke Geräte.
  • Elektroherd und Kochfeld: klassisch 3-polig mit 16 A, etwa mit dem S203-B16 als Herdsicherung.
  • Durchlauferhitzer und Wallbox: 3-polig nach Herstellerangabe, zum Beispiel 16 A für eine 11-kW-Wallbox oder 32 bis 40 A für einen elektronischen Durchlauferhitzer mit 21 bis 24 kW, jeweils mit dem passenden Querschnitt.
  • Steuer- und Signalkreise: 1, 2, 4 oder 6 A mit Charakteristik C, etwa für Steuertrafos, Schütze, Klingel- und Netzteilkreise im Schaltschrank.

Mit 25 bis 63 A sichert der S203 oder S203M zudem Zuleitungen zu Unterverteilungen, Großküchengeräten, Werkzeugmaschinen und Hallenbeleuchtung ab.

LED-Beleuchtung im Objekt: Einschaltstrom, C-Charakteristik und Leuchtenzahl je Automat

Mit der Umrüstung auf LED hat sich die Absicherung der Lichtstromkreise verändert. Ein LED-Treiber nimmt im Betrieb nur wenig Leistung auf, lädt beim Einschalten aber seine Kondensatoren und zieht dabei für weniger als eine Millisekunde einen Spitzenstrom von oft 30 bis über 100 A. Schalten zwanzig Lichtbandeinsätze in einem Lager gleichzeitig ein, addieren sich diese Spitzen – und ein B16 löst aus, obwohl die Dauerlast nur einen Bruchteil seiner 16 A beträgt.

Die Datenblätter von Lichtbandsystemen, Hallenleuchten und Panels nennen deshalb die maximale Leuchtenanzahl je Leitungsschutzschalter, getrennt für B- und C-Charakteristik und verschiedene Nennströme; bei den Lichtbandeinsätzen in unserem Sortiment sind es etwa 8 bis 22 Stück an einem B16, bei Hallenleuchten teils nur 5. Für die Planung gibt es drei Stellschrauben:

Verteilen

Leuchten auf mehrere Automaten und Außenleiter verteilen.

C-Automat

Zu einem C-Automaten wechseln, sofern die Abschaltbedingung erfüllt bleibt.

Einschaltstrombegrenzer

Einen Einschaltstrombegrenzer vorschalten.

Für die Absicherung spielt die Lichtfarbe übrigens keine Rolle – ob warmweiße Downlights mit 2.700 bis 3.000 K im Hotelflur oder neutralweiße bzw. kaltweiße Lichtbänder mit 4.000 K (beides dieselbe Farbtemperatur) im Lager, entscheidend ist allein der Einschaltstrom des Treibers. Zu Hause sind solche Fehlauslösungen seltener, können aber bei vielen Einbauspots in Küche und Wohnzimmer an einem Kreis ebenfalls auftreten.

FI-Schutzschalter F204 Typ A: 30 mA für Personenschutz, 300 mA selektiv

Leitungsschutzschalter reagieren erst auf Ströme weit über dem Nennstrom – für den Schutz vor gefährlichen Körperströmen ist ein Fehlerstrom-Schutzschalter zuständig. Er vergleicht die hin- und zurückfließenden Ströme und trennt, sobald ein Teil über einen Menschen oder einen Isolationsfehler zur Erde abfließt.

Personenschutz · 30 mA

F204 Typ A

Der ABB F204 A-40/0.03 löst bei 30 mA aus, ist 4-polig mit 40 A Bemessungsstrom und erfasst als Typ A Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Nach DIN VDE 0100-410 ist ein solcher zusätzlicher Schutz für Steckdosenstromkreise bis 32 A und für Endstromkreise im Außenbereich vorgeschrieben, nach DIN VDE 0100-701 für alle Stromkreise im Badezimmer.

→ Pflicht für Steckdosen, Außenbereich und Bad

Brandschutz · 300 mA

F204 A S selektiv

Der F204 A S-40/0.3 ist dagegen ein selektiver, zeitverzögerter Schalter mit 300 mA: Er sitzt als Gruppenschutz vor nachgeschalteten 30-mA-Schaltern und dient dem Brandschutz, ohne bei einem Fehler im Endstromkreis gleich mit auszulösen.

→ Gruppenschutz vor 30-mA-Schaltern

Wichtig für die Planung: Ein FI-Schalter hat keinen eigenen Überstromschutz, seine 40 A müssen durch die Vorsicherung oder die Belastung der nachgeschalteten Kreise eingehalten werden. Verteilen Sie die Stromkreise auf mehrere FI, damit ein Fehler im Keller nicht die ganze Wohnung oder das ganze Büro dunkel macht.

Für Ladepunkte gilt eine Besonderheit: Ein Typ A genügt dort nur, wenn die Wallbox eine eigene Erkennung glatter Gleichfehlerströme ab 6 mA besitzt. Die Prüftaste sollte regelmäßig betätigt werden; das Intervall nennt die Herstelleranleitung.

Verteiler sauber aufbauen: Phasenschienen PS3, Hilfsschalter S2C und Reihenklemmen

In einer professionellen Verteilung werden Automaten nicht einzeln mit Drahtbrücken verbunden, sondern über eine Phasenschiene gespeist.

PS3/60

60 TE · 230/400 V AC

Die ABB PS3/60 verteilt die drei Außenleiter über 60 Teilungseinheiten – genug für eine komplette Reihe einpoliger S201 auf einer Tragschiene.

PS3/12FI

12 TE · FI-Gruppe

Die kurze PS3/12FI mit 12 Teilungseinheiten ist die Ausführung für einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit den direkt dahinter angeordneten Automaten.

S2C-H6-02R

8,8 mm · 2 Öffner

Der Hilfsschalter S2C-H6-02R wird seitlich an einen Leitungsschutzschalter angebaut und meldet laut Typschlüssel über zwei Öffnerkontakte die Schaltstellung an Gebäudeleittechnik, SPS oder Störmeldezentrale – ein Muss für Rechenzentren, Kühlhäuser, Pumpenstationen und alle Anlagen, in denen ein unbemerkt abgeschalteter Stromkreis teuer wird.

Reihenklemmen

Push-in

Für die abgehenden Leitungen empfehlen sich Reihenklemmen auf derselben Tragschiene, etwa die Push-in-Klemmen von WAGO.

Beide Schienen sind laut Hersteller nach IEC/EN 60947-1 gekennzeichnet; für den sicheren Kontakt sollten Schiene und Schutzgeräte aus demselben System stammen. Rechtlich wichtig: Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an der Kundenanlage hinter der Hausanschlusssicherung nur Netzbetreiber oder eingetragene Elektroinstallationsbetriebe ausführen.

Profi-Qualität vom Gewerbeobjekt bis ins eigene Zuhause

Für Elektrofachbetriebe, Facility Management und Hausverwaltungen zählt vor allem eines: dass der defekte oder neu benötigte Automat exakt dem verbauten Typ entspricht und schnell da ist. Weil Typenschlüssel, Teilungseinheit und Tragschienenmontage innerhalb der ABB-Reihen S200 und S200M einheitlich sind, lässt sich ein Gerät meist 1:1 durch denselben Typ ersetzen, ohne Abdeckung oder Verdrahtung anzupassen.

Gastgewerbe

In der Hotellerie und Gastronomie sichern 3-polige Automaten Kombidämpfer, Spülmaschinen und Kühlzellen.

Industrie

In Industrie, Lager und Logistik schützen sie Hallenbeleuchtung, Rolltore und Maschinen.

Büro & Kommune

In Büro, Praxis und Kommune sichern sie Arbeitsplätze, Server und Außenbeleuchtung.

Dieselbe Profi-Technik sorgt im eigenen Zuhause für Sicherheit: beim Umbau der Küche mit neuem Kochfeld, bei der Modernisierung des Badezimmers mit vorgeschriebenem FI-Schutz, bei der Wallbox in der Garage, bei Werkstattmaschinen im Keller oder Hobbyraum und bei der Nachrüstung eines FI-Schalters in älteren Altbau-Verteilungen ohne Fehlerstromschutz.

Planung, Einbau, Messung und Dokumentation übernimmt dabei immer die Elektrofachkraft – sie bestimmt Charakteristik, Nennstrom und Schaltvermögen passend zu Leitung, Netz und Verbraucher. Alle weiteren Automaten finden Sie unter Leitungsschutzschalter, das komplette Material zwischen Verteiler und Leuchte unter Elektroinstallation.

Vergleich: ABB Leitungsschutzschalter vs. Schmelzsicherung (Neozed / Diazed)

Technischer und praktischer Direktvergleich für Verteiler in Gewerbe, Objekt und Zuhause
MerkmalABB Leitungsschutzschalter (S200 / S200M)Schmelzsicherung (Neozed / Diazed)
Nach dem AuslösenFehler beheben, Schalthebel wieder einlegen – fertigSicherungseinsatz ersetzen, Ersatz muss vorrätig sein
AuslöseverhaltenThermisch und magnetisch, wählbar als Charakteristik B, C oder KSchmelzleiter mit festem Zeit-Strom-Verhalten je Betriebsklasse
DrehstromverbraucherS203 trennt alle drei Außenleiter gemeinsamJeder Einsatz löst einzeln aus, ein Motor kann auf zwei Phasen weiterlaufen
Bemessungsschaltvermögen6 kA (S200) oder 10 kA (S200M)Typisch 50 kA – deshalb oft als Vorsicherung eingesetzt
Platz und Montage17,5 mm je Pol auf der Tragschiene TH35, Einspeisung über Phasenschiene PS3Sicherungssockel oder Sicherungslasttrennschalter plus Ersatzteile
Freischalten für ArbeitenSchalthebel aus, Schaltstellung sichtbarEinsatz herausdrehen oder Lasttrennschalter öffnen
ZustandsmeldungHilfsschalter S2C-H6-02R seitlich nachrüstbarNur über Kennmelder am Einsatz sichtbar
PersonenschutzKombinierbar mit FI-Schutzschalter F204 Typ A 30 mAAltanlagen mit Schmelzsicherungen oft ohne FI-Schutz
FolgekostenKeine VerbrauchsteileNeue Einsätze nach jeder Auslösung

Häufige Fragen zu ABB Leitungsschutzschaltern & FI-Schutzschaltern

Was bedeuten B16, C16 und K16 bei einem ABB-Leitungsschutzschalter?
Der Buchstabe nennt die Auslösecharakteristik, die Zahl den Bemessungsstrom in Ampere. Bei Überlast reagieren alle drei verzögert über das Bimetall, der Unterschied liegt in der Kurzschlussauslösung: B16 schaltet ab dem 3- bis 5-fachen Nennstrom, also ab etwa 48 bis 80 A, unverzögert ab. C16 erst ab dem 5- bis 10-fachen, also 80 bis 160 A. K16 ist für Motoren und Transformatoren gedacht: Er toleriert kurze Anlaufspitzen bis in den Bereich des etwa 8- bis 14-fachen Nennstroms und überwacht die Überlast zugleich enger. B16 ist der Standard für Licht- und Steckdosenkreise in Wohnung, Büro und Hotelzimmer.
Was ist der Unterschied zwischen S201, S202, S203 und S201M oder S203M?
Die letzte Ziffer gibt die Polzahl an: S201 ist 1-polig für einen Wechselstromkreis, S202 2-polig und S203 3-polig für Drehstromverbraucher wie Elektroherd, Durchlauferhitzer, Wallbox oder Maschine. Das M kennzeichnet die Reihe S200M mit 10 kA Bemessungsschaltvermögen, ohne M ist es die Reihe S200 mit 6 kA. Abmessungen und Raster sind gleich: Jeder Pol belegt 17,5 mm auf der Tragschiene, ein S203 also 52,5 mm.
Reichen 6 kA oder brauche ich einen Leitungsschutzschalter mit 10 kA?
Das Schaltvermögen muss mindestens so hoch sein wie der größte Kurzschlussstrom, der am Einbauort auftreten kann. In Wohnungen, Einfamilienhäusern und kleineren Gewerbeeinheiten genügen meist 6 kA; diesen Wert verlangen die Technischen Anschlussbedingungen in der Regel auch als Minimum für Stromkreisverteiler. 10 kA (S201M, S203M) wählt die Elektrofachkraft nahe am Ortsnetztrafo, in der Hauptverteilung, in Industrie- und Gewerbeanlagen oder wenn die Berechnung bzw. der Netzbetreiber höhere Werte ergibt. Ein Gerät mit 10 kA kann überall dort eingesetzt werden, wo 6 kA genügen würden – umgekehrt nicht.
Welcher Leitungsschutzschalter passt zu 1,5 mm² und 2,5 mm²?
Als Faustregel gilt bei Kupferleitungen in üblicher Verlegung: 1,5 mm² mit B16, in wärmegedämmten Wänden oder bei vielen gebündelten Leitungen mit B13, und 2,5 mm² bis 20 A. Verbindlich ist aber die Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4, die von Verlegeart, Häufung und Umgebungstemperatur abhängt, sowie die Abschaltbedingung bei der gemessenen Schleifenimpedanz. Ein größerer Automat auf einer zu dünnen Leitung ist gefährlich, weil die Leitung überhitzen kann, bevor er auslöst. Die Festlegung trifft deshalb immer die Elektrofachkraft.
Warum löst die Sicherung beim Einschalten der LED-Beleuchtung aus?
Ursache ist meist der Einschaltstrom der LED-Treiber: Beim Einschalten laden sie ihre Kondensatoren und ziehen für Sekundenbruchteile einen Spitzenstrom, der bei vielen Leuchten an einem Kreis die Kurzschlussauslösung eines B-Automaten erreicht. Die Datenblätter von Lichtbändern, Hallen- und Panelleuchten nennen die zulässige Stückzahl je B16 oder C16. Abhilfe schaffen eine Aufteilung auf mehrere Stromkreise, ein C-Automat, sofern die Abschaltbedingung eingehalten wird, oder ein Einschaltstrombegrenzer. Mehr dazu im Ratgeber Lichtband & Hallenleuchten.
Wofür braucht man einen Leitungsschutzschalter mit Charakteristik K?
Charakteristik K ist für Verbraucher mit hohem Anlaufstrom gedacht, die im Betrieb trotzdem eng geschützt werden sollen – etwa Motoren, Pumpen, Lüfter, Kompressoren und Transformatoren. Die Kurzschlussauslösung liegt deutlich höher als bei B und C, sodass der Anlauf nicht zur Fehlauslösung führt; der thermische Überlastschutz spricht dagegen schon ab dem 1,05- bis 1,2-fachen Nennstrom an. Im Sortiment gibt es K-Automaten als 1-polige S201-K6, K10 und K16 sowie als 3-polige S203-K10, K16, K20 und K25, typisch für Werkstatt, Haustechnik und Lüftungsanlagen in Gewerbe und Eigenheim.
Brauche ich zusätzlich einen FI-Schutzschalter – und wann 30 mA, wann 300 mA?
Ja, für den Personenschutz. Ein Leitungsschutzschalter schützt die Leitung, reagiert aber nicht auf kleine Fehlerströme über den menschlichen Körper. Nach DIN VDE 0100-410 brauchen Steckdosenstromkreise bis 32 A und Endstromkreise im Außenbereich einen FI mit höchstens 30 mA, nach DIN VDE 0100-701 alle Stromkreise im Badezimmer – dafür eignet sich der F204 A-40/0.03. Der F204 A S-40/0.3 mit 300 mA ist selektiv, also zeitverzögert: Er dient als vorgeschalteter Gruppen- und Brandschutz und löst bei einem Fehler im Endstromkreis nicht vor dem 30-mA-Schalter aus.
Wie viele Leitungsschutzschalter dürfen hinter einen FI-Schalter F204 mit 40 A?
Eine feste Höchstzahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Bemessungsstrom des FI von 40 A im Betrieb nicht überschritten wird, denn der FI-Schalter hat keinen eigenen Überstromschutz – das stellt die Elektrofachkraft über die Vorsicherung oder die Berechnung der gleichzeitigen Last sicher. Aus Gründen der Verfügbarkeit ist es sinnvoll, die Stromkreise auf mehrere FI zu verteilen, damit ein Fehler in Garage oder Keller nicht gleichzeitig Küche, Kühlschrank und Licht abschaltet. Für die saubere Einspeisung einer FI-Gruppe gibt es die Phasenschiene PS3/12FI.
Darf ich einen Leitungsschutzschalter selbst austauschen?
Nein. Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur der Netzbetreiber oder ein in das Installateurverzeichnis eingetragener Elektrofachbetrieb ausführen. Selbst ein 1:1-Tausch erfordert Freischalten, Prüfen der Spannungsfreiheit, korrektes Anziehen der Klemmen und eine anschließende Messung. Als Betreiber dürfen Sie einen ausgelösten Automaten nach Beseitigung der Ursache wieder einschalten – löst er erneut aus, gehört die Fehlersuche in Fachhände.
Passen ABB S200 in meinen vorhandenen Verteiler und lassen sie sich nachrüsten?
In aller Regel ja: Die ABB-Reihen S200 und S200M werden auf die genormte Tragschiene TH35 geschnappt, belegen 17,5 mm je Pol und haben die übliche Bauform für Verteilerabdeckungen. Für die Einspeisung mehrerer Automaten gibt es die Phasenschienen PS3/60 mit 60 und PS3/12FI mit 12 Teilungseinheiten; Schiene und Geräte sollten aus demselben System stammen. Soll die Schaltstellung an eine Gebäudeleittechnik gemeldet werden, wird der Hilfsschalter S2C-H6-02R seitlich angebaut. Ob der Platz reicht und die vorhandene Verteilung den heutigen Anforderungen entspricht, prüft die Elektrofachkraft vor Ort.